Die Erntebilanz Brandenburg 2026 fällt unter schwierigen Bedingungen aus. Trockenheit, hohe Temperaturen und ein ungünstiger Witterungsverlauf haben die Erträge belastet. Gleichzeitig kämpfen landwirtschaftliche Betriebe mit gestiegenen Kosten für Diesel und Düngemittel sowie niedrigen Erzeugerpreisen. Das geht aus der am Donnerstag vorgestellten Erntebilanz des Landesbauernverbandes Brandenburg und des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt hervor.
Erntebilanz Brandenburg 2026: Winterraps besonders betroffen
Schon der Start ins Landwirtschaftsjahr war schwierig. Nach dem Winter waren die Böden teilweise bis zu 20 Zentimeter tief gefroren. Dadurch blieb nur wenig Zeit für die Frühjahrsbestellung. Hinzu kamen regional unterschiedliche Niederschlagsmengen sowie später Trockenheit und hohe Temperaturen. Besonders deutlich zeigten sich die Folgen beim Winterraps. Dort kamen laut Landwirtschaftsministerium zusätzlich ein hoher Schädlingsdruck und teilweise Verzögerungen bei der Ernte hinzu. Die Erträge lagen deshalb weit unter dem Durchschnitt.
Hohe Kosten treffen auf niedrige Erzeugerpreise
Neben der Witterung belasten wirtschaftliche Faktoren die Betriebe. Nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt haben geopolitische Konflikte zu deutlichen Kostensteigerungen bei Diesel und Düngemitteln geführt. Gleichzeitig seien die Erzeugerpreise niedrig. Das Land fordert deshalb unter anderem eine schnelle Auszahlung angekündigter EU-Düngehilfen. Mittelstädt spricht sich außerdem für eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage aus. Landwirtschaftliche Betriebe könnten damit in wirtschaftlich guten Jahren Geld zurücklegen, um beispielsweise Dürrejahre besser abzufedern. Auch die Nutzung von Wasser wird für Brandenburgs Landwirtschaft zum wichtigen Thema. Nach neun Jahren soll das Wassernutzungsentgelt an die allgemeine Preisentwicklung angepasst werden.
Für landwirtschaftliche Betriebe soll die Anpassung allerdings erst ab 2028 und damit ein Jahr später erfolgen. Die Einnahmen sollen zweckgebunden unter anderem für einen besseren Wasserrückhalt, die Grundwasserneubildung und den Schutz der Wasserressourcen eingesetzt werden. Der entsprechende Entwurf soll in der kommenden Woche zunächst im Kabinett beraten und danach in den Landtag eingebracht werden.
Blühstreifen-Förderung wird fortgeführt
Das Land will gleichzeitig die Förderung von Blüh- und Ackerrandstreifen über das Jahr 2026 hinaus fortsetzen. Die derzeitige Richtlinie läuft Ende Dezember aus. Mit der Förderung sollen naturbetonte Strukturen auf landwirtschaftlichen Flächen unterstützt werden. Dazu gehören unter anderem mehrjährige Blühstreifen und Ackerrandstreifen. Seit August gibt es zudem eine neue Förderung für Agroforstsysteme. Dabei werden Acker- oder Grünlandflächen mit Baumreihen und Strauchstreifen kombiniert. Dadurch sollen unter anderem Böden geschützt, die Artenvielfalt erhöht und Wasser eingespart werden.
Landwirtschaftliche Betriebe in Brandenburg können bis Ende 2028 Anträge stellen. Die Förderung liegt je nach Ausgestaltung zwischen 1.566 und 5.271 Euro pro Hektar. Unter bestimmten Voraussetzungen kommt ein Bonus von 1.820 Euro pro Hektar hinzu. Pro Antrag müssen mindestens 2.500 Euro zusammenkommen, die maximale Förderung pro Empfänger liegt bei 100.000 Euro. Mit der Kampagne „Deine Wahl ist regional“ will das Land außerdem den Kauf von Lebensmitteln aus Brandenburg stärken und damit regionale Landwirtschaft, Direktvermarktung und Lebensmittelhandwerk unterstützen.
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