Nach Kohleausstieg: Lausitz braucht neues Wassermanagement

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 31. Juli 2026“.Liveblog ansehen

Sachsen und Brandenburg wollen beim Wasserhaushalt in der Lausitz noch enger zusammenarbeiten. Hintergrund sind die Folgen von Kohleausstieg, Strukturwandel und Klimarisiken für die Wasserverfügbarkeit in der Region.

Bei einem gemeinsamen Besuch am Speicherbecken Lohsa II und am Bärwalder See tauschten sich Sachsens Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch und Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt über die nächsten Aufgaben im Bergbauwassermanagement aus.

Wassermanagement in der Lausitz wird zur Daueraufgabe

Nach dem Ende des Kohleabbaus muss der Wasserhaushalt in der Lausitz langfristig stabilisiert werden. Dabei geht es unter anderem um Bergbaufolgeseen, Speicherbecken, Grundwasser und die Flüsse Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße.

Die Länder sehen darin eine Aufgabe, die nicht an Landesgrenzen endet. Wasserwirtschaftliche Entscheidungen in Sachsen können auch Auswirkungen auf Brandenburg haben – und umgekehrt.

Restlochkette soll Wasserhaushalt stabilisieren

Ein wichtiger Baustein ist die sogenannte Restlochkette. Sie zeigt nach Einschätzung Brandenburgs, dass die Sanierung früherer Tagebaulandschaften gelingen kann.

Gleichzeitig kann sie wasserwirtschaftlich genutzt werden, um das verfügbare Wasser in der Schwarzen Elster zu stabilisieren. In den kommenden Jahren soll die Verantwortung für die Restlochkette nach dem Ende der Bergaufsicht schrittweise auf das Land übergehen.

Gemeinsame Planung für kommende Jahrzehnte

Sachsen und Brandenburg wollen ihre bestehenden Strukturen weiter ausbauen. Dazu gehören eine langfristige Wasserbilanz für die kommenden Jahrzehnte, die Weiterentwicklung von Bergbauspeichern und bessere Planungsgrundlagen.

Wichtig ist dabei auch das geplante Grundwassermodell Lausitz. Es soll helfen, Entwicklungen besser einzuschätzen und Entscheidungen auf belastbare Daten zu stützen.

Schon jetzt arbeiten Sachsen, Brandenburg und Berlin in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen. Dazu gehört die länderübergreifende Arbeitsgruppe für Spree, Schwarze Elster und Lausitzer Neiße. Auch eine Geschäftsstelle in Hoyerswerda wurde 2024 eingerichtet.

Niedrigwasserlage verschärft Handlungsdruck

Angesichts der aktuellen Niedrigwasserlage wurde Anfang dieser Woche zusätzlich eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe für das Spreegebiet einberufen.

Dort stimmen Brandenburg, Sachsen und Berlin kurzfristig notwendige Bewirtschaftungsmaßnahmen ab. Das zeigt, wie wichtig schnelle Abstimmung bei Trockenheit und niedrigen Wasserständen wird.

Bund soll stärker eingebunden werden

Sachsen und Brandenburg wollen gegenüber dem Bund weiter gemeinsam auftreten. Ziel ist ein Bund-Länder-Gremium, das die wasserwirtschaftliche Sanierung der Braunkohlenfolgelandschaften koordiniert. Langfristig solle im Lausitzer Revier so ein Wasserhaushalt entstehen, der sich möglichst stabil und weitgehend selbst reguliert.

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Autor: Redaktion

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