Der Gemeindedolmetschdienst Brandenburg feiert sein zehnjähriges Bestehen – und Cottbus gehört zu den Orten, aus denen besonders viele Anfragen kommen. 2025 stammten 26,4 Prozent aller Anfragen aus Cottbus. Landesweit wurde der ehrenamtliche Sprachmittlungsdienst im vergangenen Jahr rund 1.500-mal angefragt.
Der Gemeindedolmetschdienst vermittelt Menschen, die beispielsweise bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Terminen in Schulen und Kitas sprachliche Unterstützung benötigen, ehrenamtliche Sprachmittelnde.
Dolmetsch-Hilfe in Cottbus stark gefragt
Die meisten Anfragen kamen 2025 aus Potsdam. Mit einem Anteil von 44 Prozent lag die Landeshauptstadt auf Platz eins.
Direkt dahinter folgte Cottbus mit 26,4 Prozent. Auf Platz drei lag der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 13,1 Prozent.
Am häufigsten wurden im vergangenen Jahr die Sprachen Arabisch, Russisch und Dari/Farsi angefragt.
Besonders viele Anfragen aus dem Gesundheitsbereich
Landesweit wurde der Gemeindedolmetschdienst im vergangenen Jahr rund 1.500-mal angefragt.
Mit 42,2 Prozent kam der größte Anteil der Anfragen aus dem Gesundheitsbereich. Der Bildungssektor folgte mit 24,9 Prozent. Behörden machten 14,7 Prozent der Anfragen aus.
Die Sprach- und Kulturmittelnden können für öffentliche und private Einrichtungen aus dem Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen vermittelt werden.
85 ehrenamtliche Sprachmittelnde im Einsatz
Aktuell gehören 85 ehrenamtliche Sprachmittelnde zum Vermittlungspool. Ihre Einsätze werden über eine Vermittlungszentrale koordiniert.
Bevor sie eingesetzt werden, werden die Sprachmittelnden innerhalb des Projekts in einem zertifizierten Kurs qualifiziert.
Viele von ihnen haben selbst eine Einwanderungs-, Flucht- oder Migrationsgeschichte.
Ehrenamt eröffnet auch berufliche Perspektiven
Für einige Sprachmittelnde führte das Engagement anschließend auch in eine Arbeit, Ausbildung oder ein Studium.
Im vergangenen Jahr war das bei 14 ehrenamtlichen Sprachmittelnden der Fall. Genannt werden unter anderem Tätigkeiten als Hebamme, Behördensachbearbeiterin, Musiklehrkraft oder selbstständige Dolmetscherin.
2026 konnten bislang weitere sieben Personen eine neue Tätigkeit aufnehmen. Dazu zählen unter anderem ein Medizinstudium, eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten und eine Tätigkeit als Lokführerin.
Projekt besteht seit zehn Jahren
Der Gemeindedolmetschdienst Brandenburg feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Das Projekt wird vom Sozialministerium seit seiner Gründung gefördert und befindet sich in Trägerschaft der Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V.
Sozialstaatssekretär Dr. Johannes Wagner würdigte die Arbeit bei der Jubiläumsveranstaltung in Potsdam als Beitrag zur Integration und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Brandenburg.
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