Wirtschaft fordert engere Zusammenarbeit im Metropolraum Berlin-Brandenburg

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 30. Juli 2026“.Liveblog ansehen

Berlin und Brandenburg sollen bei zentralen Zukunftsfragen deutlich enger zusammenarbeiten. Das fordern rund 200 Akteure aus Wirtschaft und Politik, die bei der Metropolraumkonferenz der Industrie- und Handelskammern 2026 gemeinsame Forderungen für den Metropolraum erarbeitet haben. Im Mittelpunkt stehen vor allem Fachkräfte, Gewerbeflächen, Wohnraum, Energieinfrastruktur und die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Hauptstadtregion. Die Grundidee: Berlin und Brandenburg sind längst ein gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum – politisch und organisatorisch wird aber noch zu oft getrennt gedacht.

Berlin und Brandenburg als gemeinsamer Arbeitsmarkt

Nach Einschätzung der Wirtschaft bilden Berlin und Brandenburg bereits heute faktisch einen gemeinsamen Arbeitsmarkt. Millionen Erwerbstätige, zahlreiche Unternehmen und starke Pendlerverflechtungen zeigen, wie eng beide Länder miteinander verbunden sind. Viele Menschen wohnen in Brandenburg und arbeiten in Berlin oder umgekehrt. Unternehmen suchen Fachkräfte längst über Landesgrenzen hinweg. Deshalb fordern die Industrie- und Handelskammern eine gemeinsame Fachkräfte- und Arbeitsmarktstrategie für die gesamte Region.

Fachkräfte nicht an Landesgrenzen verlieren

Der Fach- und Arbeitskräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen für die Hauptstadtregion. Bisher würden Berlin und Brandenburg das Thema aber häufig getrennt angehen. Aus Sicht der Wirtschaft passt das nicht mehr zur Realität vieler Betriebe. Gefordert wird deshalb eine bessere Zusammenarbeit bei Vermittlung, Ausbildung und Anwerbung. Auch internationale Fachkräfte sollen die Region stärker als gemeinsamen Standort wahrnehmen: mit Berlin als Hauptstadt, Brandenburg als starkem Wirtschaftsraum und vielen unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten.

Wohnen, Mobilität und Arbeit zusammendenken

Fachkräfte bleiben nicht nur wegen eines Arbeitsplatzes in einer Region. Entscheidend sind auch bezahlbarer Wohnraum, gute Verkehrsverbindungen, moderne Arbeitsbedingungen und eine funktionierende Infrastruktur. Deshalb soll die Fachkräftesicherung stärker mit Wohnungsbau, Mobilität und Standortentwicklung verbunden werden. Die Wirtschaft fordert, dass Berlin und Brandenburg diese Themen gemeinsam planen. Nur so könne der gesamte Metropolraum langfristig attraktiv bleiben.

Mehr gemeinsame Planung bei Gewerbeflächen

Ein weiteres großes Thema sind Industrie- und Gewerbeflächen. Unternehmen brauchen verlässliche Flächen, um wachsen, investieren und Arbeitsplätze schaffen zu können. Gleichzeitig steigt der Druck auf verfügbare Flächen, weil auch Wohnraum dringend gebraucht wird. Die Forderung der Wirtschaft lautet deshalb: Gewerbe und Wohnen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beide Bereiche müssten gleichrangig geplant werden.

Energieinfrastruktur als Standortfaktor

Für neue Industrie- und Gewerbegebiete wird auch die Energieversorgung immer wichtiger. Die Wirtschaft fordert einen schnelleren Ausbau der Energieinfrastruktur. Unternehmen brauchen eine verlässliche, bezahlbare und leistungsfähige Versorgung – auch, damit erneuerbare Energien besser eingebunden werden können. Dafür brauche es schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie einen Rechtsrahmen, der Investitionen erleichtert.

Wirtschaft will Umsetzung begleiten

Das Forderungspapier versteht sich nicht nur als Kritik an der Politik. Die Wirtschaft erklärt auch, die Umsetzung aktiv begleiten zu wollen. Ziel ist ein gemeinsamer Handlungsrahmen für die Entwicklung der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Aus Sicht der Beteiligten kann die Hauptstadtregion ihre Potenziale nur dann voll ausschöpfen, wenn sie stärker als gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum gedacht wird.

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Autor: Redaktion

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