Zum 50. Jahrestag der Grundsteinlegung des Kraftwerks Jänschwalde fordern die Energiegewerkschaft IGBCE, der Betriebsrat und Beschäftigte konkrete Investitionen für die Zeit nach dem Kohleausstieg. Der Standort soll auch nach der geplanten Stilllegung Ende 2028 Energie- und Industriestandort bleiben.
50 Jahre Kraftwerk Jänschwalde
Der Grundstein für das Kraftwerk Jänschwalde wurde im Jahr 1976 gelegt. Die Anlage entstand bis 1989 und war der letzte große Kraftwerksneubau der DDR. Über Jahrzehnte sicherte das Kraftwerk die Strom- und Wärmeversorgung in der Lausitz und darüber hinaus. Noch heute arbeiten dort mehrere hundert Beschäftigte. Für Gewerkschaft und Betriebsrat ist das Jubiläum deshalb nicht nur ein Anlass zum Rückblick. Im Mittelpunkt steht vor allem die Frage, wie es nach dem Ende der Kohleverstromung weitergeht.
IGBCE fordert Investitionen und neue Arbeitsplätze
Die IGBCE verlangt von der LEAG und der Politik mehr Einsatz für den Standort. Nach Angaben der Gewerkschaft wurden in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Projektideen vorgestellt. Viele davon seien jedoch wieder verworfen worden. Die Beschäftigten wollten nicht länger auf mögliche Investitionen vertröstet werden, erklärte Anis Ben-Rhouma, stellvertretender Bezirksleiter der IGBCE Lausitz. In Jänschwalde werde sich zeigen, ob der Strukturwandel in der Lausitz tatsächlich funktioniere. Dafür brauche es Mut, Engagement und schnelle Entscheidungen.
Betriebsrat verlangt großen Ankerbetrieb
Der Betriebsratsvorsitzende des Kraftwerks, Maik Rolle, fordert mindestens einen größeren Ankerbetrieb für den Standort. Dieser soll langfristig Arbeitsplätze sichern und neue industrielle Perspektiven schaffen. Jänschwalde müsse auch nach 2028 ein Energie- und Industriestandort bleiben. Neben neuen Unternehmen sieht der Betriebsrat auch Chancen bei der Wärmeversorgung. Die vorhandene Fernwärmeleitung könnte künftig genutzt werden, um umliegende Kommunen mit Heizwärme und Warmwasser zu versorgen. Dafür seien jedoch Investitionen und klare politische Entscheidungen nötig.
Kraftwerk soll Ende 2028 vom Netz gehen
Das Kraftwerk Jänschwalde soll im Zuge des gesetzlich beschlossenen Kohleausstiegs Ende 2028 vollständig vom Netz gehen. Damit wäre es das erste Lausitzer Großkraftwerk, das stillgelegt wird. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat wollen verhindern, dass mit dem Kraftwerk auch die industrielle Bedeutung des Standortes verloren geht. Ihre zentrale Forderung zum Jubiläum lautet deshalb: „Jänschwalde muss bleiben.“
Alle weiteren News des Tages aus der Lausitz findet ihr in unserem Tages-Liveticker auf radiocottbus.de.
Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du radiocottbus.de als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge radiocottbus.de hier als bevorzugte Quelle hinzu.
























