Im Cottbuser Bahnwerk geht der Ausbau in die entscheidende Phase. Die neue Halle 1 soll Ende 2026 baulich fertig sein. Bereits im Februar 2027 soll dort planmäßig der erste ICE einfahren. Dann beginnt die Deutsche Bahn, die Instandhaltung der ICE-4-Züge in Cottbus schrittweise hochzufahren.
Halle 1 soll ICE-4-Züge schneller wieder auf die Strecke bringen
Die Arbeiten an der neuen Halle liegen laut Deutscher Bahn im Zeitplan. In den kommenden Wochen soll zunächst die erste Hälfte der Gleishalle testweise unter Strom gesetzt werden. Die moderne Infrastruktur soll die schwere Instandhaltung von ICE-4-Zügen deutlich beschleunigen. Künftig soll ein Zug dafür in Cottbus rund drei Wochen benötigen. An anderen Standorten dauert dieser Prozess nach Angaben der Bahn etwa doppelt so lange.
Für Fahrgäste bedeutet das langfristig: Die Züge sollen schneller wieder für Verbindungen in Deutschland sowie nach Österreich und in die Schweiz bereitstehen.
Bahnwerk wird wichtiger Arbeitgeber in der Lausitz
Das Bahnwerk entwickelt sich zu einem zentralen Industrieprojekt im Strukturwandel der Lausitz. Schon heute arbeiten dort nach Angaben des Landes rund 700 Menschen. Mit den beiden neuen Hallen will die Deutsche Bahn bei Vollauslastung insgesamt 1.200 zusätzliche hochqualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region schaffen.
Bei einem Besuch auf der Baustelle betonte Ministerpräsident Dietmar Woidke die Bedeutung des Werks für Cottbus und die Lausitz:
„Das Fahrzeuginstandhaltungswerk steht für Brandenburg-Tempo. Innerhalb kurzer Zeit entsteht in der Lausitzmetropole eines der bedeutendsten Industrieprojekte des Strukturwandels mit 1.200 Arbeitsplätzen. […] Cottbus ist derzeit Deutschlands dynamischste Stadt. Platz eins im aktuellen Dynamikranking des Instituts der deutschen Wirtschaft belegt, dass der Strukturwandel in der Lausitz ganz konkret wirkt. Gemeinsam mit Wissenschaft und Forschung erfindet sich die Lausitz als starker Innovations- und Wirtschaftsstandort neu.“
Auch die Task Force Bahnstandort Cottbus kam jetzt zum achten Mal zusammen. Künftig wird sie von Woidke gemeinsam mit Michael Peterson, dem DB-Vorstand für Personenfernverkehr, geleitet.
BTU baut Angebot rund um Bahn und Schiene aus
Damit für die neuen Aufgaben auch Fachkräfte ausgebildet werden, stärkt die BTU Cottbus-Senftenberg ihr Studienangebot im Bereich Bahn und Schiene. Zum Wintersemester 2026/2027 soll es im Studiengang Bauingenieurwesen eine neue Profilierungsoption Bahn geben. Studierende können sich dann frühzeitig mit Schieneninfrastruktur und Mobilitätsprojekten beschäftigen.
Die Verbindung aus Studium, Forschung und dem wachsenden Bahnwerk soll helfen, Fachkräfte in der Region auszubilden und langfristig zu halten.
Zweigleisiger Ausbau zwischen Lübbenau und Cottbus startet im Dezember
Neben dem Bahnwerk ging es bei der Task Force auch um die Strecke zwischen Lübbenau und Cottbus. Der zweigleisige Ausbau soll die Grundlage für einen Halbstundentakt im Regionalverkehr zwischen Berlin und Cottbus schaffen. Die Deutsche Bahn bereitet die Arbeiten bereits vor und richtet Bauflächen sowie Baustraßen ein.
Der offizielle Baustart ist für Dezember 2026 vorgesehen. Erste Züge sollen nach aktuellem Plan ab Ende 2027 über die ausgebaute Strecke rollen.
Bund und Land sollen Schienenprojekte zügig voranbringen
Das Land Brandenburg will die vorgesehenen Mittel aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen weiter für Projekte im Lausitzer Revier einsetzen. Gleichzeitig fordert das Land den Bund auf, notwendige Entscheidungen für Planung, Finanzierung und Umsetzung der Schienenprojekte möglichst schnell zu treffen.
Für Cottbus und die Lausitz laufen damit mehrere Entwicklungen parallel: ein wachsendes ICE-Werk, neue Studienangebote und der Ausbau der Verbindung nach Berlin. Zusammen sollen sie den Bahnstandort langfristig stärken.
Die wichtigsten Entwicklungen des Tages in der Lausitz gibt’s jederzeit in unserem Tages-Liveticker auf radiocottbus.de.
























