Die Stadt Cottbus/Chóśebuz und die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Cottbus warnen vor möglichen Sozialkürzungen. In zwei gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung fordern sie: Soziales stärken statt kürzen.
Hintergrund sind Vorschläge einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe. Dort wird über einen effizienteren Einsatz von Geld bei Leistungsgesetzen beraten. Nach Ansicht von Stadt und Wohlfahrtsverbänden könnten die Pläne aber massive Folgen für Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen mit Behinderungen haben.
Sorge um Hilfen für junge Menschen und Familien
Kritisch sehen die Partner vor allem mögliche Einschränkungen bei Hilfen für junge Volljährige. Auch bei der Kinder- und Jugendhilfe könnten Qualitätsstandards abgesenkt werden. Die Stadt Cottbus/Chóśebuz und die Liga warnen: Wer heute bei Kindern, Jugendlichen und Familien spare, gefährde die Zukunft der Gesellschaft. Gerade in einer Region im Strukturwandel brauche es starke soziale Angebote für Bildung, Teilhabe und Chancengerechtigkeit.
Auch bei der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen drohen nach Einschätzung der Partner Einschnitte. Diskutiert werden unter anderem weniger Unterstützungsleistungen und eine Schwächung des Wunsch- und Wahlrechts. Wolfgang Luplow von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Cottbus betont: Soziale Leistungen seien keine freiwilligen Extras. Sie ermöglichten ein selbstbestimmtes Leben, stärkten Bildung und Integration und könnten langfristig hohe Folgekosten verhindern.
Fachkräftemangel und steigende Kosten belasten Träger schon jetzt
Kommunen und soziale Träger stehen laut Stadt und Liga bereits heute unter Druck. Der Bedarf an Unterstützung steigt. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte, und die finanziellen Belastungen wachsen. Neue Kürzungen würden diese Probleme nicht lösen, heißt es. Sie würden die Kosten nur verschieben – etwa in die Sozialhilfe, ins Gesundheitssystem oder in kommunale Haushalte.
Stadt und Wohlfahrtsverbände sprechen sich grundsätzlich für Reformen, Bürokratieabbau und einen effizienten Einsatz öffentlicher Mittel aus. Das dürfe aber nicht auf Kosten der Menschen gehen, die auf Hilfe, Schutz und Teilhabe angewiesen sind.
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