Zwei historische Schinkel-Kandelaber in Branitz haben ihr ursprüngliches Aussehen zurückerhalten. Die rund vier Meter hohen Leuchter stehen wieder auf der westlichen Terrasse von Schloss Branitz. Ihre verlorenen Laternenaufsätze wurden nach historischen Vorlagen rekonstruiert.
Laternenaufsätze originalgetreu wiederhergestellt
Die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz hat die Restaurierung und Wiederherstellung der beiden Kandelaber abgeschlossen. Besonders auffällig sind die fünfeckigen Laternenaufsätze aus Schmiedeeisen. Diese waren im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren gegangen. Für den Nachbau nutzten die Fachleute historische Fotografien und genaue Aufzeichnungen aus dem Archiv. Auch erhaltene Originalfragmente der Laternenaufsätze wurden restauriert.
Entwürfe stammen von Karl Friedrich Schinkel
Die klassizistischen Terrakotta-Kandelaber entstanden um das Jahr 1830 in der Berliner Tonwarenfabrik von Tobias Feilner. Die Entwürfe stammen vom bekannten Architekten Karl Friedrich Schinkel. Die bildhauerische Ausführung geht auf Ludwig Wichmann zurück. Mit dem Umzug des Fürstenpaares von Muskau nach Branitz kamen auch die Kandelaber in den Branitzer Park.
Obergärtner Terscheck schlug im Sommer 1850 vor, die beiden Leuchter direkt an der Freitreppe auf der Westseite des Schlosses aufzustellen. Fürst Pückler ließ sie dort als besonderen Schmuck des sogenannten Pleasuregrounds aufstellen und beleuchten. Als Pleasureground wird der besonders aufwendig gestaltete Gartenbereich direkt am Schloss bezeichnet.

Foto: Aufbau der Schinkelkandelaber auf der westlichen Schlossterrasse © SFPM
Mehr als 300 Kilogramm schwer
Die originalen Terrakotta-Körper blieben teilweise erhalten. Einer der historischen Kandelaber ist heute im Besucherzentrum ausgestellt. Der zweite befand sich in mehreren Einzelteilen im Depot. Bereits 1994 wurden wetterfeste Kopien für den Außenbereich angefertigt. Die charakteristischen Laternenaufsätze fehlten bislang jedoch.
Die wiederhergestellten Kandelaber sind rund vier Meter hoch und wiegen jeweils mehr als 300 Kilogramm. Sie zeigen nun wieder die historische Gestaltung aus der Zeit um 1850.
Titelbild: Historisch wiederhergestellter Schinkel-Kandelaber auf der westlichen Schlossterrasse © SFPM
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