Rund 70 Kinder aus Cottbuser Kitas haben bei der zweiten Teddyklinik an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) ihre kranken Kuscheltiere behandeln lassen. Die Aktion soll Kindern früh zeigen, das Arztbesuche und Untersuchungen nichts Bedrohliches sind.
Teddyklinik wird zum Krankenhaus für Kuscheltiere
Bei der Teddyklinik wurden die Stofftiere der Kinder zu echten kleinen Patienten. Zuerst ging es zur Anmeldung, dort bekamen Teddy, Puppe oder Kuscheltier einen eigenen Patientenausweis. Danach übernahmen die sogenannten Teddydocs. Sie untersuchten die plüschigen Patienten mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen.
Die kleinen Tierbesitzer konnten dabei genau beobachten, was passiert. Es wurde abgehört, abgetastet, geröntgt, genäht und vergipst. Am Ende gab es sogar passende „Medikamente für Zuhause“. So konnten die Kinder erleben, was bei einem Arztbesuch passiert, ohne selbst untersucht zu werden. Genau das macht die Idee so wertvoll.
Kinder lernen Medizin spielerisch kennen
Die Teddyklinik an der MUL-CT verbindet Gesundheitsbildung mit Spiel, Kinder bekommen einen ersten Eindruck davon, was Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte machen. Statt trockener Erklärungen erleben sie die Abläufe selbst mit. Sie begleiten ihr Kuscheltier durch die Behandlung und merken: Fragen stellen ist erlaubt. Untersuchungen können helfen. Und ein Krankenhaus ist nicht automatisch ein Ort, vor dem man Angst haben muss. Mit dabei waren unter anderem Kinder der Kita Carl und Carla, der Kita Wichtelland Dissen, der Kita Süd und die Spreepiraten des SOS-Kinderdorfs.
Händewaschen, Notfallrad und Organe entdecken
Auch rund um die Behandlung der Kuscheltiere gab es viel zu erleben. Während der Wartezeit konnten die Kinder verschiedene Stationen besuchen. Dort lernten sie spielerisch, wie gründliches Händewaschen funktioniert. Sie konnten sich am Notfallrad ausprobieren, Geschichten an einer Vorlesestation hören oder an einem großen Teddy-Modell entdecken, wo im Körper welche Organe liegen.
Ein besonderer Teil der Teddyklinik war der Einsatz des neuen MiniTom Kids auf der Kinderstation der MUL-CT. Das Gerät hilft Kindern dabei, den Ablauf einer MRT-Untersuchung spielerisch zu verstehen. Die Kinder konnten ihre Kuscheltiere und Puppen durch die kleine Röhre fahren lassen – so wurde sichtbar, was bei einer solchen Untersuchung passiert. Der MiniTom Kids wurde durch den Verein Cancel Cancer e.V. ermöglicht. Er soll vor allem Kindern mit onkologischen Erkrankungen helfen, sich mit dem Ablauf einer MRT vertraut zu machen. Ergänzt wird das Gerät durch einen Bildschirm und eine App, die altersgerecht erklären, warum eine MRT wichtig ist und wie sie funktioniert.
Neben Medizin und Mitmachstationen gab es auch einen kulturellen Höhepunkt. Eine Ballettgruppe des Staatstheaters Cottbus zeigte eine Interpretation des Musikstücks „Metamorphosis“ des Komponisten Adrián Berenguer.
Weitere Termine sind geplant
Die Teddyklinik ist Teil des präventiven Engagements der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem. Sie soll Kindern helfen, Ängste abzubauen und Vertrauen in medizinische Versorgung zu entwickeln. Weitere Termine der Teddyklinik sind bereits in Planung und sollen demnächst bekannt gegeben werden.
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