Gute Übernahmechancen, echte Praxiserfahrung und ein starkes Team sind für Auszubildende wichtiger als viele Zusatzleistungen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammern in Ostdeutschland unter mehr als 5.300 Azubis im ersten Ausbildungsjahr.
Praxis zählt mehr als Extras
Für die große Mehrheit der Befragten steht der direkte Einstieg ins Berufsleben im Mittelpunkt. Rund 94 Prozent gaben an, dass praktische Tätigkeiten und die Möglichkeit, schnell Verantwortung zu übernehmen, entscheidende Gründe für ihre Berufsausbildung sind.
Auch die Zufriedenheit mit dem Ausbildungsbetrieb ist hoch. 85 Prozent der Azubis würden ihre Ausbildung im eigenen Unternehmen weiterempfehlen.
Die Präsidentin der IHK Potsdam, Ina Hänsel, sieht darin eine klare Botschaft an die Betriebe: Junge Menschen wünschen sich Vertrauen, Wertschätzung und eine Perspektive für die Zukunft. Sie wollen Teil eines Teams sein und möglichst schnell selbst aktiv werden.
Familie und Freunde bleiben wichtigste Ratgeber
Wenn es um die Suche nach einem Ausbildungsplatz geht, verlassen sich viele Jugendliche weiterhin auf persönliche Empfehlungen. Fast die Hälfte der Befragten wurde über Familie, Freunde oder Bekannte auf ihren Ausbildungsbetrieb aufmerksam.
Gleichzeitig gewinnen Onlinebörsen und schulische Angebote an Bedeutung. Praktika, Ferienjobs und Betriebsbesuche spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Berufswahl.
Lange Wege bleiben ein Problem
Die Umfrage zeigt auch, dass die Erreichbarkeit von Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen für viele junge Menschen eine Herausforderung bleibt.
Mehr als ein Viertel der Azubis benötigt zwischen einer und zwei Stunden für den Weg zur Berufsschule. Zudem gab fast jeder Vierte an, bereits ein Ausbildungsangebot wegen einer zu großen Entfernung oder schlechter Verkehrsanbindung abgelehnt zu haben.
Gerade in Flächenländern wie Brandenburg bleibt die Mobilität damit ein wichtiges Thema.
Künstliche Intelligenz gehört zum Alltag
Auch KI-Anwendungen spielen bei vielen Auszubildenden inzwischen eine Rolle. Rund 62 Prozent nutzen Künstliche Intelligenz in ihrer Freizeit. Knapp die Hälfte setzt entsprechende Programme bereits in der Berufsschule ein.
In den Ausbildungsbetrieben liegt der Anteil aktuell bei 22 Prozent. Die IHK sieht hier noch großes Potenzial, etwa bei der Prüfungsvorbereitung oder als digitale Lernhilfe.
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