Der Streit um die zusätzliche Unterrichtsstunde für Lehrkräfte in Brandenburg spitzt sich weiter zu. Nach der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kündigt nun auch der Brandenburgische Pädagogenverband rechtliche Schritte gegen das Land an. Die Verbände sehen in der Maßnahme eine deutliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen an den Schulen.
Klagen gegen zusätzliche Unterrichtsstunde
Seit Beginn des Schulhalbjahres müssen viele Lehrkräfte in Brandenburg pro Woche eine zusätzliche Unterrichtsstunde übernehmen. Nach Angaben des Bildungsministeriums betrifft das rund 60 Prozent der Schulen.
Der Pädagogenverband erklärte jetzt, die Belastung für Lehrkräfte sei erheblich gestiegen. Deshalb klage man nun gegen das Land Brandenburg. Das teilt der rbb mit. Bereits im vergangenen Jahr hatte die GEW eine sogenannte Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht.
Zusätzliche Unterrichtsstunde sorgt für Widerstand
Auch einzelne Lehrerinnen und Lehrer gehen inzwischen juristisch gegen die Regelung vor. Laut GEW sind derzeit acht Individualklagen vorbereitet. Die Verfahren sollen an verschiedenen Verwaltungsgerichten im Land eingereicht werden.
Die Gewerkschaft kritisiert vor allem den zunehmenden Druck an den Schulen. Schon jetzt gebe es Unterrichtsausfälle, hohe Krankenstände und steigende Schülerzahlen. Viele Lehrkräfte sehen die zusätzliche Belastung deshalb als nicht mehr tragbar an.
Ministerium verteidigt Sparkurs
Das Bildungsministerium verweist dagegen auf notwendige Einsparungen im Doppelhaushalt 2025/2026. Bildungsminister Gordon Hoffmann erklärte, die gerichtliche Prüfung werde nun für Rechtssicherheit sorgen.
Um die Mehrarbeit auszugleichen, sollen Lehrkräfte an anderer Stelle entlastet werden. Geplant sind unter anderem weniger Lernentwicklungsgespräche, der Wegfall einzelner Prüfungen und das Ende der Grundschulgutachten.
Pressekonferenz angekündigt
Die zusätzliche Unterrichtsstunde hatte bereits im vergangenen Jahr für massive Proteste gesorgt. Viele Lehrkräfte halten die angekündigten Entlastungen jedoch für unzureichend.
Für Donnerstag hat der Brandenburgische Pädagogenverband eine Pressekonferenz in Potsdam angekündigt. Dort sollen weitere Details zu den geplanten Klagen vorgestellt werden.
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