Arzt, sitz mit seinem Patient am Tisch und spricht

Landärztequote in Brandenburg: Jetzt greift das Land im Ärzte-Notstand durch

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Brandenburg will mit der Landärztequote Brandenburg gezielt mehr Hausärztinnen und Hausärzte in ländliche Regionen holen. Das Kabinett hat dazu heute einen Gesetzentwurf beschlossen. Künftig soll ein Teil der Studienplätze an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, später zehn Jahre in unterversorgten Regionen als Hausärztin oder Hausarzt zu arbeiten.

Landesregierung setzt auf neue Steuerung

Mit der Landärztequote will die Landesregierung die medizinische Versorgung außerhalb der Städte langfristig absichern. Der Gesetzentwurf soll jetzt in den Landtag gehen. Vorgesehen ist, dass bei der Einführung voraussichtlich zehn Prozent der Erstsemester-Studienplätze an der MUL CT über diese Quote vergeben werden.

Damit verbindet Brandenburg die neue Universitätsmedizin in Cottbus mit einem klaren Versorgungsziel: Nachwuchsmediziner sollen dort ankommen, wo sie im Alltag besonders dringend gebraucht werden.

Landärztequote in Brandenburg soll Versorgungslücken schließen

Die Lage ist angespannt. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg arbeiteten Ende 2024 rund 1.700 Hausärztinnen und Hausärzte im Land. Gleichzeitig wird die Ärzteschaft immer älter: 33,7 Prozent sind bereits 60 Jahre und älter, 16,5 Prozent sogar 65 Jahre und älter.

Gerade auf dem Land droht damit in vielen Praxen ein spürbarer Umbruch. Denn wo Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen, fehlt oft eine Nachfolge. Genau hier soll die Landärztequote Brandenburg ansetzen und schon vor dem Studium gezielt Menschen gewinnen, die später im ländlichen Raum arbeiten wollen.

Mehr Chancen auf einen Medizinstudienplatz

Das neue Modell soll nicht nur die Versorgung stärken, sondern auch neue Zugänge zum Medizinstudium eröffnen. Nach dem Plan des Landes können Bewerber über die Quote eine Chance auf einen Studienplatz bekommen, ohne erst jahrelang auf einen Studienbeginn warten zu müssen.

Gesundheitsminister René Wilke macht deutlich, dass es bei der Auswahl nicht nur auf klassische Noten ankommen soll. Entscheidend sei auch die Bereitschaft, Verantwortung für die medizinische Grundversorgung in Brandenburgs ländlichen Regionen zu übernehmen.

Weitere Hilfen für künftige Landärzte

Die Landärztequote Brandenburg ist nur ein Teil einer größeren Strategie. Ergänzend gibt es bereits das Landärzteprogramm mit Stipendien für Studierende der Humanmedizin. Hinzu kommen Förderangebote der KV Brandenburg, darunter finanzielle Unterstützung für Praxistage, Mentorenprogramme sowie Hilfen in der Weiterbildung.

So soll Schritt für Schritt ein stabiles Netz entstehen, das junge Mediziner begleitet und zugleich die hausärztliche Versorgung im Flächenland Brandenburg sichert.

Signal aus Potsdam und Cottbus

Für Ministerpräsident Dietmar Woidke ist die neue Quote ein wichtiger Baustein, um Ausbildung und Versorgung enger zusammenzubringen. Mit der MUL CT in Cottbus entsteht aus Sicht der Landesregierung nicht nur ein neuer Studienstandort, sondern auch ein Instrument, um die Gesundheitsversorgung auf dem Land aktiv zu stärken.

Klar ist: Brandenburg reagiert damit auf ein Problem, das viele Menschen längst im Alltag spüren. Wenn Hausarztpraxen schließen oder keine Nachfolger finden, trifft das ganze Regionen. Die Landärztequote Brandenburg soll genau das verhindern.

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Autor: Redaktion

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