Abschied von Helmut Mulka der Lausitzer Motorsport-Ikone

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Die Lausitz trauert um eine prägende Persönlichkeit des Motorsports: Helmut Mulka ist verstorben. Noch vor wenigen Wochen hatte er im Kreis zahlreicher Weggefährten seinen 90. Geburtstag gefeiert – nun heißt es Abschied nehmen von einem Mann, der wie kaum ein anderer für Leidenschaft, Mut und Pioniergeist im regionalen Motorsport stand.


Helmut Mulka prägte den Motorsport in der Lausitz

Ob auf staubigen Cross-Strecken oder mit donnerndem Motorboot über das Wasser – Helmut Mulka lebte für den Motorsport. 1967 gehörte er zu den Gründern des Motorsportclubs Hänchen und übernahm über elf Jahre hinweg Verantwortung als Vorsitzender. Gleichzeitig war er selbst aktiver Fahrer und jagte auf seiner MZ über die Moto-Cross-Strecken der DDR. Angetrieben von seiner Begeisterung und inspiriert durch befreundete Sportler – unter anderem aus Fürstlich Drehna – schlug er später ein neues Kapitel auf: den Motorboot-Rennsport.


Königsklasse auf dem Wasser

Halbe Sachen waren nie sein Stil. Mulka entschied sich für die Königsklasse des Motorboot-Rennsports, die OC 500. Mit der Startnummer 60 ging er an den Start – und feierte 1975 den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Charakteristisch für diese Zeit war das kameradschaftliche Miteinander im DDR-Motorsport. Fahrer unterschiedlichster Disziplinen unterstützten sich gegenseitig mit Technik, Ersatzteilen und Know-how. Diese familiäre Atmosphäre prägte auch Mulka und seine Generation.


55.000 Zuschauer am Spremberger Stausee

Ein Meilenstein seines Wirkens bleibt das Motorbootrennen 1975 am Spremberger Stausee. Über 55.000 Zuschauer kamen damals zu dieser Veranstaltung – bis heute die größte Sportveranstaltung der Lausitz. Mulka war einer der entscheidenden Initiatoren dieses Ereignisses. Damit bewies er nicht nur sportliches Können, sondern auch organisatorisches Talent und Vision.


Ecken, Kanten und große Ziele

Wer mit Helmut Mulka zusammenarbeitete, erlebte einen leidenschaftlichen, mitunter unbequemen, aber stets zielgerichteten Mitstreiter. Kontroversen dienten nie dem Selbstzweck, sondern immer dem Ziel, den Motorsport voranzubringen und Veranstaltungen auf höchstem Niveau zu ermöglichen – in Hänchen, in Drehna oder am Wasser.

Mit seinem Tod verliert die Lausitz ein echtes Motorsport-Urgestein. Einen Kämpfer, einen Visionär und einen Mann, der Generationen geprägt hat.

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Autor: Redaktion

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