Vor dem Landgericht Cottbus ist der Mordprozess um einen getöteten Polizisten aus Lauchhammer fortgesetzt worden. Zentrales Beweisstück am Verhandlungstag: ein Video, das die mutmaßliche Tat während einer Verfolgungsfahrt zeigt. Dem 27-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, den Polizisten im Dienst gezielt überfahren zu haben.
Video dokumentiert Verfolgungsfahrt durch Lauchhammer
Das im Gericht gezeigte Video aus einem Streifenwagen zeigt eine dramatische Flucht durch Lauchhammer. Der mutmaßliche Fahrer missachtet laut Aufnahmen zahlreiche Verkehrsregeln, fährt deutlich zu schnell, überfährt rote Ampeln und gerät mehrfach in den Gegenverkehr. Zu sehen ist außerdem, wie der Streifenwagen einem zivilen Einsatzfahrzeug folgt, in dem sich der später getötete Polizist befand.
Kollision und Flucht mit hoher Geschwindigkeit
Auf den Videoaufnahmen ist erkennbar, dass das zivile Einsatzfahrzeug am Straßenrand steht. Unmittelbar danach kommt es zur Kollision mit dem Polizisten. Das Fluchtfahrzeug setzt seine Fahrt anschließend mit hoher Geschwindigkeit fort. Auch der Zusammenstoß selbst ist auf dem Video zu sehen und wurde im Gerichtssaal mehrfach thematisiert.
Zeugen schildern rasante Flucht
Zwei Polizisten aus dem verfolgenden Streifenwagen sagten am Freitag als Zeugen aus. Sie beschrieben eine rasante Flucht quer durch die Stadt, bei der auch Passanten ausweichen mussten. Nach ihren Angaben raste das Fahrzeug mit 150 bis 170 km/h durch Lauchhammer. Die Aussagen untermauern den Vorwurf einer extremen Gefährdung während der Flucht.
Verteidigung beantragt weiteres Gutachten
Am Ende des Verhandlungstages stellte die Verteidigung einen Antrag auf ein zusätzliches Gutachten. Geprüft werden soll, wie viel Zeit und Strecke dem Angeklagten zum Reagieren geblieben sein könnten. Konkret geht es um die Frage, ob der Polizist überhaupt sichtbar war und ob ein Ausweichen oder Bremsen noch möglich gewesen wäre. Ein erstes Dekra-Gutachten liegt bereits vor.
Prozess wird im Februar fortgesetzt
Der Mordprozess wird am Mittwoch, 18. Februar, vor dem Landgericht Cottbus fortgesetzt. Dann soll auch über den Antrag der Verteidigung entschieden werden.
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Foto: Martin Borscht / Blaulichtreport Lausitz
























