ein Rechenzentrum von innen

Amazon baut Rechenzentrum in Massen bei Finsterwalde

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 15. Januar 2026“.Liveblog ansehen

Amazon-Rechenzentrum Massen: In Massen bei Finsterwalde entsteht eines der wichtigsten neuen Rechenzentren von Amazon Web Services in Brandenburg. Das Milliardenprojekt bringt Chancen für die Region – wirft aber auch kritische Fragen zum Datenschutz und möglichem US-Einfluss auf europäische Daten auf.


Amazon-Rechenzentrum Massen als Schlüsselprojekt

Mit dem Amazon-Rechenzentrum Massen setzt Amazon Web Services einen zentralen Baustein seiner neuen European Sovereign Cloud in der Lausitz um. Der Standort in Massen-Niederlausitz soll perspektivisch eine Anschlussleistung von rund 200 Megawatt erreichen und zählt damit zu den größten geplanten Data-Center-Projekten in Südbrandenburg.

Für den Landkreis Elbe-Elster gilt das Vorhaben als wirtschaftlicher Meilenstein mit Signalwirkung für Beschäftigung, Infrastruktur und technologische Entwicklung.


Milliarden-Investition für Brandenburg

Amazon Web Services plant, insgesamt 7,8 Milliarden Euro in Brandenburg zu investieren. Das Amazon-Rechenzentrum Massen ist dabei eines der ersten konkret benannten Großprojekte.

Ziel ist eine europäische Cloud-Infrastruktur, die physisch und organisatorisch in der EU angesiedelt ist. Server, Personal, Betrieb und Management sollen ausschließlich aus Europa gesteuert werden.


Warum Massen bei Finsterwalde?

Das Amazon-Rechenzentrum Massen profitiert von strategischen Standortvorteilen: große verfügbare Flächen, leistungsfähige Netzanbindung und Nähe zu Energie- und Industrieinfrastruktur. Genau diese Faktoren machten den Standort für Amazon besonders attraktiv.

In der Region wird ein Dominoeffekt erwartet: neue Unternehmen, zusätzliche Investitionen und langfristige wirtschaftliche Impulse.


Kritik: Wie souverän ist die Amazon-Cloud wirklich?

Trotz der Investitionen bleibt ein zentraler Punkt umstritten: Wie sicher sind die Daten wirklich vor einem Zugriff aus den USA?

Hintergrund ist der sogenannte Cloud Act. Dieses US-Gesetz verpflichtet amerikanische Unternehmen dazu, US-Behörden unter bestimmten Voraussetzungen Zugriff auf Daten zu gewähren – auch dann, wenn diese außerhalb der USA gespeichert sind.

Kritiker sprechen deshalb von möglichem Souveränitäts-Washing: Zwar würden Server und Personal in Europa stehen, rechtlich bleibe Amazon jedoch ein US-Konzern.


Experten sehen Restrisiken

Digital-Experten warnen, dass eine vollständige Trennung zwischen europäischem Cloud-Ableger und US-Mutterkonzern kaum möglich sei. Besonders kritisch werden Software-Updates und Exportkontrollen gesehen. Diese könnten im Extremfall Einfluss auf den Betrieb der Rechenzentren haben.

Gleichzeitig wird anerkannt, dass das Amazon-Rechenzentrum Massen weiter geht als viele andere Cloud-Modelle, da hier tatsächlich physische Infrastruktur in Europa aufgebaut wird – und nicht nur juristische Konstruktionen geschaffen werden.


Brandenburg setzt trotzdem auf Rechenzentren

Die Landesregierung sieht Brandenburg auf dem Weg zu einem der führenden Rechenzentrumsstandorte in Deutschland. Ziel sei es, den Standort für digitale Infrastruktur weiter auszubauen und gleichzeitig europäische Alternativen zu stärken.

Klar ist aber auch: Vollständige digitale Unabhängigkeit gilt derzeit als kaum erreichbar. Dennoch gilt: Daten, die in Europa gespeichert werden, sind besser geschützt als außerhalb der EU.


Chancen und Risiken liegen dicht beieinander

Das Amazon-Rechenzentrum Massen steht damit sinnbildlich für den digitalen Wandel der Lausitz: große wirtschaftliche Chancen, neue Arbeitsplätze und technologische Zukunft – aber auch berechtigte Diskussionen über Datenschutz, Abhängigkeiten und digitale Souveränität.


Alle Hintergründe zum Rechenzentrum Massen, zur digitalen Zukunft der Lausitz und zu weiteren Großprojekten hört Ihr bei Radio Cottbus und lest sie jederzeit auf radiocottbus.de.

Autor: Redaktion

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