Die geplanten Kürzungen im Landkreis Dahme-Spreewald führen ab 2026 zu deutlich weniger Betreuungszeit – und verschärfen die Kita-Krise für viele Familien. Besonders in Lübben warnen Träger und Eltern: Mit acht Stunden Betreuung pro Tag lässt sich ein Vollzeitjob kaum noch stemmen.
Was in Lübben konkret auf Kinder und Eltern zukommt
Der Landkreis will ab 2026 nur noch maximal acht Stunden Betreuung täglich finanzieren. Die bisher mögliche dritte Betreuungsstufe fällt weg. Für die Einrichtungen bedeutet das vor allem eines: weniger Personal und damit weniger Zeit für Kinder, die Unterstützung brauchen.
Die AWO spricht von mindestens einer wegfallenden Vollzeitstelle pro Kita. In Lübben trifft es ausgerechnet die Integrationskita Sonnenkinder, wo Kinder mit erhöhtem Förderbedarf betreut werden. Dort fällt sogar mehr als eine ganze Stelle weg.
Warum die Kita-Krise besonders hart in Lübben einschlägt
Weniger Personal heißt: Gruppen müssen größer betreut werden. Fachkräfte könnten plötzlich mit acht Kleinkindern allein dastehen – oder mit 16 bis 17 Kindern im Kindergartenbereich. Die AWO warnt, dass damit die Betreuungsqualität spürbar sinkt.
Gleichzeitig drohen gekürzte Öffnungszeiten. Eltern, die voll arbeiten, können die Betreuung realistisch kaum noch abdecken. Dazu kommen Wegezeiten und Pausen – besonders Familien mit zwei Vollzeitjobs geraten an ihre Grenzen.
Folgen für Arbeitsleben und Familien
Die AWO betont: Die geplante Kürzung trifft in der Regel Familien und Wirtschaft zugleich. Wenn Betreuung nicht gesichert ist, müssen Eltern ihre Arbeitszeiten reduzieren. Häufig bedeutet das: Frauen bleiben zu Hause, weil sie die Betreuung auffangen müssen.
Der Elternbeirat des Landkreises geht sogar davon aus, dass rund 20 Prozent aller Fachkräfte wegfallen könnten. Das verschärft die Kita-Krise weiter.
Gibt es noch eine Lösung für Lübben?
Träger und Einrichtungen hoffen darauf, dass das Land Brandenburg die Finanzierung übernimmt und das Kita-Gesetz entsprechend anpasst. Eine Übergangsfinanzierung durch den Landkreis könnte verhindern, dass bereits 2026 harte Einschnitte greifen.
Langfristig wäre das Land in der Pflicht, die dritte Betreuungsstufe wieder fest ins Gesetz aufzunehmen – und damit die Versorgung in Regionen wie Lübben zu sichern.
Warum die Bundesmittel nicht reichen
Bundesmittel aus dem Kita-Qualitäts- und Teilhabe-Gesetz wurden ein Jahr länger bewilligt – laufen 2026 aber endgültig aus. Ohne dieses Geld sind nur noch acht Stunden am Tag finanzierbar. Die bisherigen verlängerten Zeiten entfallen komplett – und die Kita-Krise verschärft sich erneut.
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