Das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder in Cottbus feiert sein fünfjähriges Bestehen. Seit 2021 forscht das Bundesamt für Strahlenschutz dort unter anderem zu Mobilfunk, Stromnetzen und Elektromobilität. Mehr als 1.000 Bürgeranfragen hat das Team seitdem beantwortet. Am 3. und 4. November feiert das Kompetenzzentrum, kurz KEMF, sein Jubiläum mit Gästen aus Wissenschaft und Politik. Dabei stellt das Team auch Ergebnisse aus dem Forschungsprogramm „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“ vor.
Mehr als 1.000 Fragen aus der Bevölkerung beantwortet
Viele Menschen beschäftigen Fragen rund um elektromagnetische Felder: Welche Strahlung entsteht durch Mobilfunk? Was passiert in Elektroautos? Und welche Auswirkungen haben Hochspannungsleitungen? Das Cottbuser Kompetenzzentrum bündelt dazu die Expertise des Bundesamtes für Strahlenschutz.
Seit seiner Gründung haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als 1.000 Anfragen aus der Bevölkerung beantwortet. Außerdem beteiligte sich das KEMF an fast 350 Veranstaltungen, um über Strahlenschutz zu informieren. Auch eine mobile Ausstellung gehört zum Angebot. Zudem können Interessierte Messgeräte ausleihen und damit selbst untersuchen, welchen elektromagnetischen Feldern sie im Alltag ausgesetzt sind.
Forschung zu E-Autos und Stromleitungen
Das KEMF beschäftigt sich mit ganz unterschiedlichen Forschungsfragen. Eine Untersuchung analysierte beispielsweise Magnetfelder im Fahrgastraum von Elektroautos. Laut Bundesamt für Strahlenschutz hielten alle untersuchten Fahrzeuge die empfohlenen Werte zum Schutz vor gesundheitlichen Auswirkungen ein. Die Forschenden kamen außerdem zu dem Ergebnis, dass Menschen in reinen Elektroautos nicht grundsätzlich stärkeren Magnetfeldern ausgesetzt sind als in Fahrzeugen mit Verbrennungs- oder Hybridantrieb.
Auch Stromleitungen spielen eine wichtige Rolle. Erste Zwischenergebnisse eines laufenden Projektes zeigen laut BfS, dass die gemessenen Magnetfelder im Alltag im Allgemeinen weit unter den geltenden Grenzwerten liegen – auch bei Menschen, die in der Nähe von Hochspannungsleitungen wohnen.
20 Millionen Euro für Forschung zum Stromnetzausbau
Bereits 2017 startete das Bundesamt für Strahlenschutz sein Forschungsprogramm „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“. Dafür standen insgesamt rund 20 Millionen Euro bereit. Bislang haben die Beteiligten 37 Forschungsprojekte abgeschlossen oder gestartet. Zu den untersuchten Fragen gehört auch ein möglicher Zusammenhang zwischen Magnetfeldern und Leukämie bei Kindern. Nach Angaben des BfS haben neuere Untersuchungen frühere Hinweise auf ein erhöhtes Risiko insgesamt abgeschwächt. Einen ursächlichen Zusammenhang schließt die Forschung bislang aber nicht vollständig aus. Deshalb will das Bundesamt diese Frage weiter untersuchen.
Cottbus als Standort im Strukturwandel
Das Bundesamt für Strahlenschutz ist seit 2021 Arbeitgeber in Cottbus. Die meisten Beschäftigten des BfS am Standort arbeiten für das Kompetenzzentrum. Das Bundesumweltministerium siedelte das KEMF bewusst in der Lausitz an. Neben der Forschung soll das Zentrum damit auch Arbeitsplätze und wissenschaftliche Kompetenz in die Strukturwandelregion bringen.
Für das KEMF gehören Wissenschaft und verständliche Informationen dabei zusammen: Forschungsergebnisse sollen nicht nur Fachleute erreichen, sondern auch Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Bildungseinrichtungen.
Was heute in der Lausitz sonst noch wichtig ist, lest ihr in unserem Tages-Liveticker auf radiocottbus.de.
Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du radiocottbus.de als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge radiocottbus.de hier als bevorzugte Quelle hinzu.

























