Ein Foto von einem Wolf mit grau-braunen Fell im Wald, der direkt in die Kamera guckt.

Essensreste locken Wölfe nach Spremberg

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 13. März 2026“.Liveblog ansehen

In Spremberg/Grodk sind in den vergangenen Monaten wiederholt Wölfe im Siedlungsbereich gesichtet worden. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt Brandenburg (LfU) handelt es sich dabei um Jungwölfe aus dem Jahr 2025, die nachts teilweise in Wohngebieten nach Nahrung suchen.

Essensreste locken Wölfe in die Stadt

Nach Einschätzung der Experten werden die Tiere vor allem durch leicht zugängliche Nahrungsquellen angelockt. Dazu gehören etwa offene Komposthaufen mit Küchenabfällen, überfüllte Papierkörbe, ungesicherte Mülltonnen oder auch ungeschützte Geflügelhaltungen.

Tagsüber halten sich die Wölfe überwiegend außerhalb der Stadt auf und meiden den Menschen. In der Nacht suchen einzelne Tiere jedoch gezielt Bereiche auf, in denen sie leicht an Futter gelangen.

Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von Futterkonditionierung. Die Tiere lernen dabei, dass im Siedlungsbereich Nahrung einfach zu finden ist. Genau das kann langfristig problematisch werden, weil sich Wölfe dadurch immer stärker an die Nähe von Menschen gewöhnen könnten.

Experten versuchen Wölfe zu vertreiben

Das Landesamt für Umwelt hat bereits sogenannte Vergrämungsmaßnahmen gestartet. Ziel ist es, den Tieren negative Erfahrungen im Siedlungsbereich zu vermitteln, damit sie künftig Abstand zu Wohngebieten halten.

Dafür kommen unter anderem Licht, Lärm oder Gummigeschosse zum Einsatz. In einem Fall im Spremberger Ortsteil Weskow konnte ein Wolf so bereits erfolgreich vertrieben werden.

LfU-Artenschutzexperte Lars Lachmann spricht von einem besonders aufwendigen Einsatz. Eine dauerhafte Lösung sei jedoch nur möglich, wenn gleichzeitig die Futterquellen konsequent beseitigt werden.

Stadt warnt vor Nachlässigkeit

Nach Angaben der Stadt Spremberg gibt es weiterhin Fälle, in denen Bürger Essensreste offen entsorgen oder Abfälle ungesichert lagern. In einem konkreten Fall wurde deshalb sogar ein Bußgeld angedroht.

Denn je länger Wölfe regelmäßig Nahrung im Siedlungsbereich finden, desto größer wird die Gefahr, dass sie ihr Verhalten dauerhaft verändern.

Das sollten Bürger jetzt beachten

Die Behörden rufen die Bevölkerung deshalb zu mehr Aufmerksamkeit auf:

  • Keine Küchenabfälle oder Essensreste auf offenen Komposthaufen entsorgen
  • Tierfutter besonders nachts nicht im Freien stehen lassen
  • Mülltonnen immer sicher verschließen und keine Abfälle daneben abstellen
  • Geflügel und Nutztiere schützen, etwa durch nächtliche Aufstallung oder elektrifizierte Netze

Wer einen Wolf sieht, sollte die Beobachtung möglichst schnell dem Wolfsmanagement des Landesamtes für Umwelt melden. Wichtig sind Angaben zu Ort, Datum, Uhrzeit sowie – wenn möglich – Foto- oder Videomaterial.

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Autor: Redaktion

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