Holz, Bronze, große Figuren und kleine Modelle – und mittendrin die „Mutter Erde“, die seit mehr als drei Jahrzehnten ihren Platz in Cottbus hat. Der Bildhauer Hans-Georg Wagner blickt auf 40 Berufsjahre zurück. Eine neue Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse Spree-Neiße am Breitscheidplatz nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für eine Reise durch sein künstlerisches Schaffen.
„Ein ganzer Kreis – Mutter Erde und andere Gestalten aus 40 Jahren“ heißt die Ausstellung, die seit dem 2. September zu sehen ist. Bis zum 16. Oktober 2026 können Besucher sie während der Geschäftszeiten in der Kassenhalle und auf der Galerie im ersten Obergeschoss entdecken.
40 Jahre Hans-Georg Wagner – und eine besondere Verbindung zu Cottbus
Hans-Georg Wagner lebt und arbeitet in Cottbus. Geboren wurde er 1962 in Havelberg. Bevor die Kunst zu seinem Beruf wurde, absolvierte er von 1979 bis 1981 eine Ausbildung zum Tischler.
Von 1983 bis 1986 studierte er Holzdesign an der Hochschule für Angewandte Kunst in Schneeberg bei Prof. Hans Brockhage und Karl-Heinz Jakob.
Das Material Holz begleitet ihn seitdem durch sein künstlerisches Leben. Doch Wagners Arbeiten beschränken sich längst nicht darauf. Die aktuelle Ausstellung verbindet unterschiedliche Phasen, Materialien und Dimensionen seines Schaffens.
„Mutter Erde“ gehört seit 1994 zum Breitscheidplatz
Ein Werk verbindet Wagner besonders lange mit dem Ort der Ausstellung.
Seit 1994 steht seine Skulptur „Mutter Erde“ in der Kundenhalle der Sparkasse am Breitscheidplatz. Mehr als 30 Jahre später wird sie nun gewissermaßen zum Mittelpunkt einer Rückschau auf das Gesamtwerk ihres Schöpfers.
Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Ralf Braun beschreibt Wagner als Künstler, der Holz Ausdruck und Leben verleihe und mit seinen Arbeiten die Kunstlandschaft der Region bereichert habe.
Die Verbindung zwischen Künstler und Sparkasse reicht entsprechend weit zurück. Bereits 1995 waren dort bei Wagners Ausstellung „Die letzten Bäume“ Reliefs zu sehen. Einige davon kehren für die Jubiläumsschau an diesen Ort zurück.
Von frühen Reliefs bis zum „Menschenwald“
Die Ausstellung ist nicht als Momentaufnahme angelegt. Sie führt durch vier Jahrzehnte Bildhauerarbeit.
Zu sehen sind frühe Reliefs ebenso wie die Relieftafeln „Bewegung im Menschenwald“. Von diesen wurde die Druckreihe für die Fenster des DKW abgenommen.
Hinzu kommen Arbeiten, die einen Blick auf Wagners Projekte im öffentlichen Raum ermöglichen.
Passend dazu erscheint das fünfte Buch seiner Reihe zum Gesamtwerk. Nach Zeichnungen, Möbeldesign, Reliefs und Drucken sowie Skulpturen stehen darin seine Arbeiten für den öffentlichen Raum im Mittelpunkt.
Große Werke werden plötzlich ganz klein
Gerade die Modelle ermöglichen in der Ausstellung einen anderen Blick auf bekannte Arbeiten.
Wagner zeigt unter anderem Modelle im Maßstab 1:10 für „Mutter Erde“, die Sagengruppe und das Neuzeller Weltgericht. Daneben sind größere Bronzefiguren zu sehen, die in der weitläufigen Kassenhalle ihren eigenen Raum bekommen.
Dabei treffen Gegensätze aufeinander: große und kleine Formen, schwere und leichte Eindrücke, schroffe und behutsame Elemente.
Wagners Arbeiten bewegen sich zwischen Figur, Landschaft, Struktur und Bewegung. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder der Mensch und die Frage, wie sich menschliches Leben und seine Veränderungen künstlerisch darstellen lassen.
Von Cottbus über Beeskow bis Neuzelle
Wagners Arbeiten wurden über viele Jahre an unterschiedlichen Orten gezeigt.
Zu seinen Ausstellungen gehören unter anderem „Gesicht zeigen“ 2004 im Stadtmuseum Cottbus, „Spaltungen und Risse“ 2006 in den Städtischen Museen Zwickau, „Frühlingssinfonie“ 2016 in der Galerie Haus 23 in Cottbus sowie die Einzelausstellung „Zwischenschritte“ 2017 im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus.
2018 entstand in Zusammenarbeit mit Matthias Steier „Weltgericht/Festung Europa“ im Museum Himmlisches Theater in Neuzelle.
2012 erhielt Wagner den Brandenburgischen Kunstpreis für Plastik. Bereits 2009 war er bei der Aquamediale in Lübben vertreten.
Rund 800 Kunstwerke bei der Sparkasse
Die Ausstellung erzählt zugleich von der regionalen Kunstförderung der Sparkasse Spree-Neiße.
Das Institut stellt Künstlern regelmäßig seine Geschäftsräume für Ausstellungen zur Verfügung und kauft auch Werke regionaler Künstler an.
Mittlerweile umfasst die Sammlung nach Angaben der Sparkasse rund 800 Werke aus Malerei, Grafik, Fotografie und Skulptur. Damit verfügt sie über eine der größten nichtstaatlichen Sammlungen regionaler Kunst und dokumentiert Arbeiten von Künstlern zwischen Spree und Neiße.
Mit der Jubiläumsausstellung schließt sich nun für Hans-Georg Wagner tatsächlich ein Kreis: von früheren Ausstellungen am Breitscheidplatz über die „Mutter Erde“, die dort seit 1994 ihren festen Platz hat, bis zum Rückblick auf 40 Jahre künstlerisches Schaffen.
Die Ausstellung „Ein ganzer Kreis – Mutter Erde und andere Gestalten aus 40 Jahren“ ist bis zum 16. Oktober 2026 während der Geschäftszeiten der Sparkasse Spree-Neiße am Cottbuser Breitscheidplatz zu sehen.
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