In der Lausitz sind derzeit freiwillige Helfer unterwegs, um junge Rehkitze vor Mähmaschinen zu schützen. Der frisch gegründete Verein Kitzrettung Neuhausen-Spree e.V. sucht mit Drohnen und Wärmebildkameras Felder ab, bevor Landwirte mit der Mahd beginnen.
Die Arbeit passiert zu einer Zeit, in der die meisten noch schlafen. Oft starten die Einsätze schon zwischen 3 Uhr und halb 4 Uhr morgens. Danach gehen viele Helfer ganz normal zur Arbeit. Für sie ist klar: Die kleinen Rehkitze sollen eine Chance haben. Unsere WACHERMACHERIN Luka Stadelmeier hat den Verein bei einem Einsatz begleitet und sich mal die Arbeit der Rehkitzrettung angeschaut:
Kitzrettung beginnt lange vor Sonnenaufgang
Die Kitzrettung ist ein besonderes Ehrenamt. Die Helfer stehen mitten in der Nacht auf, fahren auf die Felder und arbeiten dort eng mit Landwirten zusammen.
Gerade in der Mähsaison ist das wichtig. Rehkitze liegen oft tief im hohen Gras. Wenn Gefahr droht, laufen sie nicht weg. Sie drücken sich fest auf den Boden. Das schützt sie in der Natur vor Feinden, wird aber bei Mäharbeiten zur großen Gefahr.
Mit bloßem Auge sind die Tiere im hohen Gras fast nicht zu erkennen. Genau deshalb braucht es Drohnen, Wärmebildtechnik und Menschen, die sich früh am Morgen Zeit nehmen.
Verein aus Neuhausen-Spree ist frisch gegründet
Hinter dem Einsatz steht der Verein Kitzrettung Neuhausen-Spree e.V.. Angefangen hat alles vor etwa drei Jahren mit Jens Balkow und einem Freund. Aus dieser Idee ist nach und nach eine Gruppe von Freiwilligen geworden.
Inzwischen haben sich immer mehr Menschen angeschlossen. Alle helfen ehrenamtlich. Sie bekommen dafür kein Geld, sondern bringen ihre Zeit, Kraft und Technik ein.
Landwirte melden Mähtermine vorher an
Für eine erfolgreiche Kitzrettung ist der Kontakt zu den Landwirten entscheidend. Meist melden sich Bauern und Betriebe vorher beim Verein und teilen mit, wann und wo gemäht werden soll. Dann planen die Helfer ihren Einsatz. Wichtig ist dabei der frühe Morgen. Zu dieser Zeit sind die Temperaturunterschiede auf den Feldern noch gut sichtbar. Die Wärmebildkamera kann die kleinen Rehkitze dann besser erkennen.
Auf dem Bildschirm erscheinen sie oft nur als kleine helle Punkte. Diese Stellen werden markiert, damit die Helfer danach gezielt ins Feld gehen können.
Drohne zeigt den Weg durchs hohe Gras
Nach dem Drohnenflug beginnt die Suche am Boden. Die Helfer laufen ins Feld, während die Drohne weiter über ihnen bleibt. Über Funk sind alle miteinander in Kontakt und so kann die Person an der Drohne ganz genaue Anweisungen geben wo das Kitz liegt.
Das ist aber echte Präzisionsarbeit. Die Rehkitze liegen so tief im Gras, dass man sie selbst aus nächster Nähe kaum erkennt. Oft steht man direkt davor und sieht sie trotzdem nicht. Wird ein Kitz gefunden, wird es vorsichtig gesichert. Die Helfer legen es in eine Box mit Gras und bringen es an den Rand der Fläche. Dort ist es während der Mäharbeiten geschützt.
Nach dem Mähen geht es zurück in die Freiheit
Sobald die Mäharbeiten beendet sind, werden die Rehkitze wieder freigelassen. In der Regel finden Muttertier und Kitz schnell wieder zueinander. Für die Helfer ist das der schönste Moment. Aus einem kleinen hellen Punkt auf der Wärmebildkamera wird ein gerettetes Tier. Und aus einem sehr frühen Morgen wird ein Einsatz, der sich gelohnt hat.
Die Kitzrettung schützt aber nicht nur Tiere. Sie hilft auch Landwirten, denn niemand möchte beim Mähen ein Rehkitz verletzen oder töten.
Ehrenamt mit Herz und wenig Schlaf
Die Arbeit von Kitzrettung Neuhausen-Spree e.V. zeigt, wie wichtig dieses Ehrenamt in der Lausitz ist. Die Helfer investieren ihre Freizeit, stehen mitten in der Nacht auf und sind bei Wind, Kälte oder Müdigkeit auf den Feldern unterwegs.
Wenn ihr euch auch für den Tierschutz in der Region einsetzen und Rehkitze retten wollt, könnt ihr euch einfach per Mail an kitzrettung_neuhausen_spree@yahoo.com wenden. Oder ihr unterstützt den Verein mit einer kleinen Geldspende, denn die Technik hinter der Rehkitzrettung ist ganz schön teuer.























