Immer mehr Jugendliche suchen einen Ausbildungsplatz, doch der Einstieg ins Berufsleben wird schwieriger. Die schwache Wirtschaftslage belastet den Ausbildungsmarkt in Brandenburg und Berlin. Zum Ende des Ausbildungsjahres 2025/2026 ist die Zahl der jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz in beiden Bundesländern auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen.
In Brandenburg gibt es allerdings auch eine positive Entwicklung: Die Zahl der bei Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldeten Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen.
Ausbildungsmarkt in Brandenburg: Mehr Stellen, aber auch mehr Bewerber
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der vergangenen Jahre wirken sich zunehmend auf die Suche nach einer Lehrstelle aus.
In Berlin und Brandenburg hat sich das Verhältnis zwischen gemeldeten Ausbildungsplätzen und Bewerbern verschlechtert. Für viele Jugendliche ist es dadurch schwieriger geworden, direkt nach der Schule eine Ausbildung zu beginnen.
Besonders auffällig ist die Zahl der unversorgten Bewerber. Gemeint sind Jugendliche, die bislang keine berufliche Ausbildungsperspektive gefunden haben.
Ihre Zahl erreicht in beiden Bundesländern den höchsten Stand der vergangenen 15 Jahre.
Trotzdem entwickelt sich der Ausbildungsmarkt regional unterschiedlich.
Während in Berlin weniger Ausbildungsstellen gemeldet werden, steigt das gemeldete Angebot in Brandenburg wieder an. Brandenburg gehört damit zu lediglich zwei Bundesländern, denen diese Entwicklung gelungen ist.
Mehr Ausbildungsplätze erfolgreich besetzt
Trotz der angespannten Lage gibt es weitere positive Signale.
In beiden Bundesländern konnten mehr der gemeldeten Ausbildungsstellen besetzt werden als im Vorjahr.
Die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit führt diese Entwicklung auch auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen zurück.
Bei der Vermittlung sollen nicht allein Schulnoten entscheiden. Stattdessen geht es darum, persönliche Fähigkeiten und Stärken der Jugendlichen stärker zu berücksichtigen.
Auch jetzt ist ein Ausbildungsstart noch möglich
Für Jugendliche, die bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, gibt es weiterhin Möglichkeiten.
Brandenburgs Arbeitsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase verweist darauf, dass noch Ausbildungsstellen unbesetzt sind.
Deshalb sollen sowohl Jugendliche als auch Betriebe die Nachvermittlung durch Arbeitsagenturen, Jobcenter und Kammern nutzen.
Ein Einstieg in das bereits laufende Ausbildungsjahr ist demnach weiterhin möglich.
Unternehmen und Gewerkschaften sehen unterschiedliche Herausforderungen
Auch die Sozialpartner beschäftigen sich mit der angespannten Situation.
Der Unternehmensverband Berlin-Brandenburg (UVB) betont, dass Betriebe trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten weiterhin Ausbildungsplätze anbieten.
UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp sieht insbesondere bei der schulischen Vorbereitung und Berufsorientierung Verbesserungsbedarf. Unternehmen müssten zunehmend Zeit und Geld investieren, um geeignete Auszubildende zu gewinnen und langfristig zu halten.
Eine zusätzliche Ausbildungsplatzabgabe lehnt der Unternehmensverband ab. Stattdessen fordert er mehr Unterstützung für Betriebe und Jugendliche in schwierigen Ausbildungssituationen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt andere Schwerpunkte.
Die stellvertretende DGB-Bezirksvorsitzende Nele Techen fordert mehr betriebliche Ausbildungsplätze und bessere Bedingungen für Auszubildende.
Dazu gehören aus Gewerkschaftssicht Tarifverträge, stärkere Jugend- und Ausbildungsvertretungen sowie bezahlbarer Wohnraum.
Auch der Ausbildungsförderungsfonds, das erste Azubi-Wohnheim und die geplante Gründung eines Azubi-Werkes werden vom DGB als wichtige Ansätze bewertet.
Was bedeutet die Entwicklung für Jugendliche in der Lausitz?
Die Zahlen zeigen, dass die Suche nach einer Ausbildung auch in Brandenburg anspruchsvoller geworden ist.
Gleichzeitig gibt es weiterhin unbesetzte Ausbildungsplätze und Unterstützung bei der Vermittlung.
Wer in Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz oder anderen Teilen Brandenburgs noch eine Lehrstelle sucht, kann sich an die zuständige Arbeitsagentur, das Jobcenter oder eine Kammer wenden.
Die Bilanz für Berlin und Brandenburg enthält allerdings keine gesonderten Zahlen für die einzelnen Lausitzer Landkreise.
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