Steffen Rasche/Stadt Senftenberg

Blaues Wunder in der Lausitz gerettet? Verschrottung des Schaufelradbaggers vorerst vom Tisch

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 28. Oktober 2026“.Liveblog ansehen

Neue Hoffnung für eines der bekanntesten Industriedenkmäler der Lausitz: Das „Blaue Wunder“ bei Hörlitz soll erhalten bleiben. Die Bürgermeister von Senftenberg, Großräschen und Schipkau haben sich mit den zuständigen Denkmalbehörden auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Damit ist eine mögliche Verschrottung des riesigen Schaufelradbaggers vorerst kein Thema mehr.

Ein neues Gutachten macht Hoffnung, dass sich das rund 4.000 Tonnen schwere Bergbaurelikt mit überschaubaren Maßnahmen sichern lässt. Bis dahin bleibt das Gelände allerdings gefährlich. Besucher dürfen die Absperrungen keinesfalls überwinden.

Blaues Wunder in der Lausitz: Drei Kommunen wollen den Bagger erhalten

Jahrelang war unklar, wie es mit dem weithin sichtbaren Schaufelradbagger auf der Kippe Hörlitz nahe dem Lausitzring weitergeht.

Rost, Schäden und Vandalismus haben dem einstigen Bergbauriesen zugesetzt. Zeitweise stand deshalb sogar der vollständige Rückbau im Raum.

Jetzt gibt es eine neue Perspektive.

Die drei Eigentümerkommunen Senftenberg, Großräschen und Schipkau haben gemeinsam mit den Denkmalbehörden vereinbart, zunächst die vorhandene Konstruktion zu sichern.

Gleichzeitig soll ein tragfähiges Konzept für die weitere Zukunft des Industriedenkmals entstehen.

Die Verschrottung ist damit vorerst vom Tisch. Eine endgültige Lösung für den dauerhaften Erhalt gibt es allerdings noch nicht.

4.000 Tonnen Stahl und ein Stück Lausitzer Industriegeschichte

Das „Blaue Wunder“ ist weit mehr als ein ausgedienter Bagger.

Der Schaufelradbagger SRs 1500 wurde 1964 gebaut und gehört zu den größten selbstfahrenden Arbeitsgeräten der Welt.

Er war das erste Gerät dieser Bauart aus Lauchhammer und steht damit auch für die mehr als 200-jährige Maschinenbautradition der Region.

Heute erinnert die riesige Stahlkonstruktion an die Zeit, als der Braunkohleabbau große Teile der Lausitz prägte.

Mit seinem Standort nahe dem Lausitzring ist der Bagger zu einer weithin sichtbaren Landmarke geworden.

Neues Gutachten macht Hoffnung auf Erhalt

Ein Gutachten eines Berliner Sachverständigenbüros bildet die Grundlage für die neue Verständigung.

Nach dessen Ergebnissen könnte die Sicherung des Großgeräts mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen möglich sein.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu den bisherigen Diskussionen, bei denen die hohen Anforderungen an die Sicherheit und der fortschreitende Verfall immer wieder Fragen nach der Zukunft des Baggers aufwarfen.

Schipkaus Bürgermeister Thomas Nützsche hat den Erhalt des „Blauen Wunders“ zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht.

Er will die beteiligten Kommunen, Behörden und weitere Verantwortliche zusammenbringen, um umsetzbare Lösungen zu entwickeln.

Lose Bauteile müssen zuerst gesichert werden

Bevor über eine neue Nutzung nachgedacht werden kann, muss der Bagger sicherer werden.

Zu den ersten geplanten Arbeiten gehört die Sicherung loser Bauteile.

Denn derzeit besteht die Gefahr, dass sich Teile der Stahlkonstruktion lösen und herunterfallen.

Außerdem wird geprüft, wie eine sichere Zufahrt zum Gelände eingerichtet werden könnte.

Das ist bisher schwierig, weil der vorhandene Zugang durch ein Sperrgebiet der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) führt.

Welche Kosten für die Sicherung entstehen und wann konkrete Arbeiten beginnen können, ist bislang nicht bekannt.

Könnte das Blaue Wunder zum touristischen Ziel werden?

Neben der unmittelbaren Sicherung geht es auch um die langfristige Zukunft des Baggers.

Die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes eröffnet aus Sicht der Beteiligten Möglichkeiten, das historische Großgerät mit touristischen Angeboten zu verbinden.

Denkbar sind neue Konzepte, die die Bergbaugeschichte der Region für Besucher erlebbar machen.

Konkrete touristische Projekte oder eine Öffnung des Geländes sind allerdings noch nicht beschlossen.

Zunächst müssen die Sicherheitsfragen geklärt und ein langfristig tragfähiger Weg für den Erhalt gefunden werden.

Bürgermeister warnt: Gelände keinesfalls betreten

Auch wenn die Nachrichten für das „Blaue Wunder“ positiv sind, bleibt der Bagger aktuell ein gefährlicher Ort.

Durch den schlechten Zustand der Konstruktion können Bauteile herabfallen.

Bürgermeister Thomas Nützsche appelliert deshalb eindringlich an Besucher, die vorhandenen Zäune zu respektieren und das Gelände nicht zu betreten.

Der geplante Erhalt bedeutet ausdrücklich nicht, dass das Industriedenkmal bereits sicher oder öffentlich zugänglich ist.

Für die Lausitz ist die Verständigung der drei Kommunen dennoch ein wichtiger Schritt: Ein markantes Zeugnis ihrer Bergbau- und Maschinenbaugeschichte könnte erhalten bleiben.

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Autor: Redaktion

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