Wie beeinflussen politische Systeme das Leben einzelner Menschen? Und was lässt sich aus den Erfahrungen von Verfolgung, Ausgrenzung und Widerstand lernen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Bildungswochen in Cottbus 2026 vom 2. bis 16. November. Unter dem Motto „Lebensentwürfe in Freiheit und Unfreiheit“ erwartet Besucher ein Programm mit Filmen, Diskussionen, Ausstellungen, Workshops und Gedenkveranstaltungen.
Organisiert werden die Themenwochen von der AG Politische Bildung, einem Zusammenschluss verschiedener Cottbuser Einrichtungen und Initiativen. In diesem Jahr finden sie bereits zum fünften Mal statt.
Bildungswochen in Cottbus 2026: Diese Themen stehen im Mittelpunkt
Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltungen stehen persönliche Lebensgeschichten.
Wie verändern Krieg, Diktaturen oder politische Verfolgung die Zukunft eines Menschen? Welche Entscheidungen bleiben unter staatlichem Druck überhaupt möglich? Und welche Erfahrungen werden innerhalb von Familien über Generationen weitergegeben?
Die Bildungswochen wollen solche Fragen anhand konkreter Schicksale und historischer Ereignisse diskutieren.
Dabei geht es sowohl um die Geschichte Deutschlands und Osteuropas als auch um den Umgang mit Freiheit, Menschenrechten und Demokratie in der Gegenwart.
Auftakt am 2. November im Staatstheater Cottbus
Eröffnet werden die Themenwochen am Montag, 2. November, um 18 Uhr in der Theaterkantine Tellheim des Staatstheaters Cottbus.
Bei einer Podiumsdiskussion treffen Fachleute aus Wissenschaft, Kultur und Gedenkstättenarbeit aufeinander.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich das gesellschaftliche Erinnern durch politische Veränderungen verschiebt und welche unterschiedlichen Perspektiven es darauf in Deutschland und Osteuropa gibt.
FilmFestival Cottbus zeigt Geschichten über Unterdrückung und Ausgrenzung
Ein wichtiger Partner ist in diesem Jahr das FilmFestival Cottbus.
Gemeinsam sollen Filme und anschließende Gespräche den Zugang zu schwierigen historischen und gesellschaftlichen Themen erleichtern.
Dazu gehört der Dokumentarfilm „Memorial Liquidation“, der sich mit der Zerschlagung der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial beschäftigt.
Der Film „I SAW A ‚SUNO’“ von Katalin Bársony thematisiert dagegen Abschiebung, Migration und gesellschaftliche Ausgrenzung.
Die Filmvorführungen sollen nicht nur informieren, sondern auch Gespräche über persönliche Freiheit und politische Verantwortung ermöglichen.
9. November: Gedenken, Filmgespräch und Zeitzeugen in Virtual Reality
Ein besonderer Veranstaltungstag ist der 9. November.
Um 17 Uhr findet im Jugendkulturzentrum Gladhouse die zentrale Gedenkveranstaltung des Landes Brandenburg zur Friedlichen Revolution und zum Mauerfall von 1989 statt.
Diese Veranstaltung ist nicht öffentlich.
Im Zusammenhang mit dem Gedenktag ist außerdem ein Filmgespräch zu „Tamara“ vorgesehen. Der Film greift die Erfahrungen unterschiedlicher Generationen mit der deutschen Teilung auf.
Auch an die nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938 wird erinnert. Die entsprechende Gedenkveranstaltung steht Interessierten offen, eine Anmeldung wird erbeten.
Ein weiteres Angebot ist der Zeitzeugentruck „In Echt?“ auf dem Vorplatz der Oberkirche St. Nikolai.
Dort können Besucher mithilfe von Virtual Reality die Erinnerungen von fünf jüdischen Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung kennenlernen.
Ergänzend sind Workshops für Schulklassen in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus geplant.
12. November: Neue Gedenktafel in der Sielower Landstraße
Am Donnerstag, 12. November, um 14 Uhr wird in der Sielower Landstraße 101 eine Gedenktafel für Roland Kurtze angebracht.
Kurtze wurde vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet, verurteilt und hingerichtet.
Die Gedenktafel soll an sein Schicksal erinnern und die Geschichte politischer Verfolgung im Stadtbild von Cottbus sichtbar machen.
16. November: Verfolgung als „Asoziale“ in zwei Diktaturen
Zum Abschluss der Bildungswochen steht am Montag, 16. November, ein weiteres Thema im Fokus.
Unter dem Titel „Außerhalb der Norm“ beschäftigen sich das Stadtmuseum Cottbus und das Menschenrechtszentrum Cottbus mit Menschen, die in zwei Diktaturen als „Asoziale“ verfolgt wurden.
Geplant sind ein Fachtag und eine öffentliche Abendveranstaltung.
Dabei sollen wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso zur Sprache kommen wie die Erfahrungen von Betroffenen und ihren Angehörigen.
Seit 2022 fester Bestandteil der politischen Bildungsarbeit
Die AG Politische Bildung wurde 2021 gegründet. Ein Jahr später fanden die ersten gemeinsamen Themenwochen statt.
Seither wurden unter anderem die Aufarbeitung von DDR-Unrecht, die Unterschiede zwischen offenen und geschlossenen Gesellschaften sowie demokratisches Zusammenleben behandelt.
Auch 2026 beteiligen sich wieder Museen, Gedenkstätten, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie zivilgesellschaftliche Initiativen.
Programm und Anmeldung: Wo gibt es alle Informationen?
Die Bildungswochen in Cottbus 2026 laufen vom 2. bis 16. November an verschiedenen Orten in der Stadt.
Nicht alle Veranstaltungen sind öffentlich zugänglich. Für einzelne Angebote können Anmeldungen oder besondere Teilnahmebedingungen gelten.
Das vollständige Programm mit Veranstaltungsorten und Anmeldemöglichkeiten veröffentlicht die Stadt Cottbus auf ihrer Internetseite im Bereich AG Politische Bildung:
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