Die Menschen in Brandenburg sind mit ihrem eigenen Leben überwiegend zufrieden – gleichzeitig wächst die Sorge um die Zukunft. Im Brandenburg-Monitor 2026 geben 87 Prozent der Befragten an, mit ihrem Leben sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. Zugleich meinen erstmals 54 Prozent, dass sich Brandenburg in die falsche Richtung entwickelt. 2024 waren es noch 48 Prozent.
Für den aktuellen Brandenburg-Monitor wurden 1.088 Menschen von forsa online befragt. Die Erhebung lief vom 31. Juli bis 28. August 2026. Erstmals wurden auch 14- und 15-Jährige einbezogen. Einen Schwerpunkt bildeten diesmal Sicherheitsgefühl, Krisenvorsorge und Resilienz.
Brandenburg-Monitor 2026: Zufrieden im Alltag, skeptischer bei der Zukunft
Die persönliche Situation wird von einer großen Mehrheit positiv bewertet. Neben den 87 Prozent, die mit ihrem Leben zufrieden sind, bewerten 81 Prozent ihre eigene finanzielle Situation als sehr gut oder gut. 68 Prozent erwarten, dass sich ihre finanzielle Lage künftig nicht verändert oder verbessert.
Gleichzeitig wachsen konkrete Zukunftssorgen. 65 Prozent sorgen sich um die Zukunft der Kinder, 2024 waren es 60 Prozent. Die Sorge um die finanzielle Absicherung im Alter stieg von 43 auf 46 Prozent. Bei der Arbeitsplatzsituation ging es von 9 auf 16 Prozent nach oben.
Mehrheit sieht Brandenburg auf dem falschen Weg
Diese unterschiedlichen Einschätzungen zeigen sich auch beim Blick auf die Entwicklung des Landes. 54 Prozent sehen Brandenburg auf dem falschen Weg. Damit gibt es laut Brandenburg-Monitor erstmals eine Mehrheit mit dieser Einschätzung.
Auch die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung ist nach den vorgelegten Ergebnissen zurückgegangen: von 46 Prozent im Jahr 2024 auf 43 Prozent 2026. Im Berliner Umland liegt die Zufriedenheit bei 48 Prozent, in berlinfernen Regionen bei 39 Prozent.
Rechtsruck und Bildung werden als wichtige Probleme genannt
Bei der Frage nach den drängendsten Problemen des Landes nennen 21 Prozent Rechtsruck beziehungsweise AfD. Dahinter folgt die Bildungspolitik mit 15 Prozent.
Das Thema Zuwanderung, das 2024 mit 24 Prozent noch an erster Stelle stand, kommt 2026 auf 13 Prozent. Wirtschaft, Verkehr und Klimawandel werden jeweils von 11 bis 13 Prozent genannt.
Vier von fünf fühlen sich unsicherer
Besonders deutlich fällt das Ergebnis beim Sicherheitsgefühl aus: 81 Prozent fühlen sich unsicherer als noch vor fünf Jahren. Als Gründe werden vor allem Kriegsgefahr und die weltpolitische Lage sowie eine wahrgenommene Gefährdung der Demokratie durch Extremismus und Radikalisierung genannt.
Beim Vertrauen in Institutionen liegen Feuerwehr und Rettungsdienste mit 98 Prozent klar vorne. Es folgen Polizei mit 77 Prozent und Gerichte mit 60 Prozent. Der Bundeswehr vertrauen 51 Prozent. Bei der Landesregierung sind es 36 Prozent, beim Brandenburger Landtag 35 Prozent.
Viele fühlen sich nicht auf Krisen vorbereitet
Beim Katastrophenschutz sieht die Befragung ebenfalls deutliche Unsicherheit. 59 Prozent fühlen sich persönlich nicht gut auf Notsituationen wie Energieausfälle oder Naturkatastrophen vorbereitet. 65 Prozent halten auch das Land Brandenburg für nicht ausreichend vorbereitet.
Beim sicherheitspolitischen Handlungsbedarf steht für 77 Prozent der Schutz kritischer Infrastruktur an erster Stelle. Jeweils 71 Prozent nennen die soziale und medizinische Absicherung sowie den Schutz von Demokratie und Rechtsstaat.
Mehrheit befürwortet Ausbau von Bundeswehrstandorten
Rund zwei Drittel der Befragten befürworten den Ausbau von Bundeswehrstandorten in Brandenburg. Als Gründe werden vor allem die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit und wirtschaftliche Impulse genannt. Auch die Ansiedlung von Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie findet bei rund zwei Dritteln Zustimmung.
Gleichzeitig gibt es kritische Stimmen: 20 Prozent nennen die Sorge, Brandenburg könne dadurch zu einem potenziellen Angriffsziel werden.
Jugendliche blicken optimistischer nach vorn
Erstmals ermöglicht der Brandenburg-Monitor auch eine gesonderte Betrachtung der 14- bis 18-Jährigen. Sie sind laut Untersuchung mit ihrem Leben zufriedener als die Gesamtheit der Befragten und schauen zuversichtlicher auf ihre persönliche Zukunft.
Auch ihre Informationswege unterscheiden sich: Bei politischen Themen spielen Social Media und Online-Foren sowie Gespräche mit Freunden und Bekannten eine wichtige Rolle.
Der Brandenburg-Monitor zeigt damit ein deutliches Spannungsfeld: Die persönliche Lebenssituation wird von vielen positiv bewertet, während gleichzeitig Sorgen um Sicherheit, Wirtschaft und die weitere Entwicklung des Landes zunehmen.
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