Forscherinnen und Forscher der BTU Cottbus-Senftenberg haben einen möglichen neuen Ansatz gegen einen häufigen Weichteiltumor bei Kindern gefunden. Dabei gelang es dem Team, bösartige Tumorzellen so zu verändern, dass daraus ausgereifte Muskelzellen wurden, die sich nicht mehr weiter teilen.
Protein TRPS1 spielt entscheidende Rolle
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das sogenannte embryonale Rhabdomyosarkom. Dieser Tumor entsteht aus Vorläuferzellen von Muskeln und gehört zu den häufigeren Weichteiltumoren im Kindesalter.
Das Team um Prof. Dr. Julia von Maltzahn von der BTU untersuchte, warum sich die betroffenen Zellen immer weiter vermehren.
Dabei stießen die Forschenden auf das Protein TRPS1. In den untersuchten Tumorzellen war davon besonders viel vorhanden. Das Protein verhindert offenbar, dass die Zellen vollständig zu Muskelzellen ausreifen. Stattdessen bleiben sie in einem unreifen Zustand und können sich weiter teilen.
Tumorzellen verlieren ihre Fähigkeit zu wachsen
Die Forschenden reduzierten gezielt die Menge von TRPS1. Das Ergebnis: Die Tumorzellen entwickelten sich zu ausgereiften Muskelzellen weiter.
Diese Zellen konnten sich anschließend nicht mehr teilen. Damit verlor der Tumor in den Versuchen seine Fähigkeit zum unbegrenzten Wachstum. Der Effekt zeigte sich sowohl in Zellkulturen als auch in Untersuchungen an Mäusen.
Noch keine neue Therapie – aber ein möglicher Ansatz
Die Ergebnisse könnten langfristig eine Grundlage für neue Behandlungsmöglichkeiten schaffen. Denkbar wäre laut den Forschenden, einen solchen Ansatz künftig ergänzend zu Chemo- und Strahlentherapie einzusetzen.
Bis daraus tatsächlich eine Therapie für Patientinnen und Patienten entstehen kann, sind allerdings weitere Untersuchungen notwendig. Die Studie wurde gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena durchgeführt und von der Wilhelm Sander-Stiftung gefördert.
Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Molecular Therapy“ veröffentlicht worden.
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