Brandenburg startet ein zusätzliches Erhaltungsprogramm für besonders geschädigte Landesstraßen. Bis voraussichtlich 2031 sollen bis zu 520 Kilometer substanzverbessernd saniert werden. Dafür ist ein Finanzrahmen von bis zu 200 Millionen Euro vorgesehen. Auch eine Strecke in der Lausitz gehört zu den für 2026 geplanten Maßnahmen.
Der Handlungsbedarf ist groß: Der Landesbetrieb Straßenwesen betreut rund 5.520 Kilometer Landesstraßen. Nach der Zustandserfassung aus dem Jahr 2023 gelten rund 65 Prozent des Netzes als substanziell erhaltungsbedürftig. Nahezu zwei von drei Bestandskilometern haben demnach den Warn- oder Schwellenwert überschritten.
Erhaltungsprogramm für Landesstraßen setzt auf grundlegende Sanierungen
Bei dem Programm soll es nicht nur um oberflächenbezogene Reparaturen gehen. Je nach Zustand sollen vorhandene Straßenschichten erneuert oder verstärkt und wieder tragfähige Fahrbahnaufbauten hergestellt werden.
Wo es möglich ist, soll außerdem das Verfahren Kaltrecycling in situ eingesetzt werden. Dieses wurde vom Landesbetrieb Straßenwesen bereits auf Pilotstrecken getestet.
Grundlage des Programms sind rund 520 Kilometer Straßenabschnitte aus den Prioritätsklassen 1 und 2 der Zustandserfassung von 2023. Welche Maßnahmen umgesetzt werden, richtet sich insbesondere nach dem Zustand der jeweiligen Strecke. Auch Netz- und Umweltverträglichkeit sollen berücksichtigt werden.
L 61 zwischen Lieskau und Lichterfeld eingeplant
Für die Lausitz ist besonders eine der für 2026 geplanten Maßnahmen interessant: Die L 61 zwischen Lieskau und Lichterfeld steht ebenfalls auf der Liste des Erhaltungsprogramms.
Daneben sind für 2026 Maßnahmen an der L 242 bei Willmine, der L 255 bei Kutzerow, der L 691 bei Frankenhain, der L 561 bei Weißack und der L 86 zwischen Etzin und der K 6306 vorgesehen.
Erste Baustelle startet am 28. September
Den Auftakt des Programms macht die L 74 bei Kehrigk. Dort beginnen am 28. September die Arbeiten auf einem rund 4,3 Kilometer langen Abschnitt.
Die Fahrbahn wird erneuert und erhält unter anderem einen neuen zweischichtigen Oberbau sowie neue Markierungen und Beschilderungen. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im November abgeschlossen sein. Die Baukosten liegen bei rund 1,6 Millionen Euro. Während der Arbeiten wird die Strecke voll gesperrt.
Für das gesamte Erhaltungsprogramm ist bis voraussichtlich 2031 ein Finanzrahmen von bis zu 200 Millionen Euro vorgesehen. Für 2026 sind rund zehn Millionen Euro angesetzt. Voraussetzung für die vollständige Umsetzung ist allerdings die haushälterische Absicherung der Mittel.
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