Ein Mensch hält ein Handy in seiner Hand und scrollt mit dem Daumen

Verfassungsschutz warnt vor Online-Radikalisierung junger Menschen

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 30. Juli 2026“.Liveblog ansehen

Brandenburgs Sicherheitsbehörden sehen eine wachsende Gefahr durch Radikalisierung im Internet. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes geraten zunehmend junge Menschen mit extremistischen Inhalten in Kontakt. Dabei spielt vor allem die Verbreitung über soziale Medien und digitale Kommunikationsräume eine wichtige Rolle.

Das islamistische Personenpotenzial in Brandenburg ist nach Angaben des Verfassungsschutzes seit 2022 von 210 auf 260 Personen gestiegen. Rund 200 Personen gelten demnach als gewaltbereit.

Ansprache passiert häufig online

Fachleute weisen darauf hin, dass Radikalisierung im Internet nicht immer sofort erkennbar ist. Extremistische Inhalte können in unterschiedlichen digitalen Formaten auftauchen und werden teils so verbreitet, dass sie auf den ersten Blick nicht eindeutig einzuordnen sind. Gerade junge Menschen können dadurch schrittweise an radikale Weltbilder herangeführt werden.

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch digitale Netzwerke, Empfehlungsmechanismen und geschlossene Kommunikationsräume.

Umfeld soll aufmerksam bleiben

Für Eltern, Lehrkräfte, Freunde und Vereine ist es oft schwierig, solche Entwicklungen früh zu erkennen. Nicht jede Veränderung im Verhalten junger Menschen ist automatisch ein Warnsignal. Wenn sich jemand jedoch stark zurückzieht, demokratische Werte ablehnt, Gewalt rechtfertigt oder zunehmend extreme Feindbilder übernimmt, kann Beratung sinnvoll sein.

Fachleute raten dazu, Unsicherheiten ernst zu nehmen und frühzeitig Unterstützung zu suchen.

Brandenburg setzt neben Sicherheitsmaßnahmen auch auf Prävention und Beratung. Angebote richten sich unter anderem an Eltern, Lehrkräfte, Freundeskreise und weitere Menschen aus dem Umfeld von Jugendlichen. Ziel ist es, mögliche Entwicklungen früh zu erkennen und Wege aus extremistischen Strukturen aufzuzeigen. Auch Ausstiegsangebote spielen dabei eine Rolle.

Politik diskutiert weitere Maßnahmen

Parallel wird über zusätzliche Befugnisse für Sicherheitsbehörden gesprochen. Das Brandenburger Innenministerium arbeitet an einer Modernisierung des Polizeigesetzes. Diskutiert werden unter anderem elektronische Fußfesseln zur Verhinderung terroristischer Straftaten sowie eine längere Präventivhaft.

Solche Maßnahmen können jedoch nur unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen eingesetzt werden. Deshalb betonen Fachleute weiterhin die Bedeutung früher Prävention.

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Autor: Redaktion

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