Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Berlin-Brandenburg warnt vor den aktuellen Plänen der Bundesregierung zu einer Aufweichung des 8-Stunden-Tages. Aus Sicht der NGG würde das vor allem Eltern in Cottbus und der Lausitz zusätzlich belasten.
In Cottbus werden nach Angaben der Gewerkschaft rund 1.150 Kinder unter drei Jahren in Kitas betreut. Die Betreuungsquote liege damit bei gut 58 Prozent.
Die NGG verweist zugleich auf einen landesweiten Bedarf von 65 Prozent bei der U3-Betreuung in Brandenburg. Vor diesem Hintergrund warnt die NGG, längere Arbeitstage könnten die Planung für Familien in Cottbus und der Lausitz erschweren.
U3-Betreuung in Cottbus: NGG verweist auf engen Familienalltag
Nach Einschätzung der Gewerkschaft seien viele Familien schon jetzt darauf angewiesen, Arbeitszeiten, Kita-Zeiten und Wege genau aufeinander abzustimmen.
Gerade Eltern, die im Schichtdienst, im Gastgewerbe, im Lebensmittelhandwerk, in der Nahrungsmittelindustrie oder in Dienstleistungsberufen arbeiten, bräuchten verlässliche Tagesabläufe.
Sollte der 8-Stunden-Tag aufgeweicht werden, könnten Arbeitstage aus Sicht der NGG schwerer planbar werden. Das könne besonders dann problematisch sein, wenn Kinder zu festen Zeiten aus der Kita abgeholt werden müssen.
Gewerkschaft warnt vor Folgen für Vereinbarkeit
Die NGG kritisiert Pläne, das Arbeitszeitgesetz zu ändern. Längere Arbeitstage könnten nach Einschätzung der Gewerkschaft dazu führen, dass Eltern Beruf und Kinderbetreuung schlechter miteinander vereinbaren könnten.
Auch für Alleinerziehende könne zusätzlicher Druck entstehen, wenn Arbeitszeiten weniger vorhersehbar würden.
Die Gewerkschaft argumentiert zudem, der Fachkräftemangel in Betrieben lasse sich eher durch bessere Arbeitsbedingungen und mehr verlässliche Betreuungsangebote bekämpfen als durch längere Arbeitstage.
Auch Pflege von Angehörigen im Blick
Die NGG verweist außerdem auf Beschäftigte, die Angehörige pflegen. Auch sie seien häufig auf planbare Arbeitszeiten angewiesen, etwa wenn Pflege, Termine und Unterstützung durch Pflegedienste organisiert werden müssten.
Längere oder kurzfristig veränderte Arbeitstage könnten diese Organisation aus Sicht der Gewerkschaft zusätzlich erschweren.
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