Die Ernte der Spreewaldgurken hat begonnen. In der Region zwischen Lübben, Golßen, Schlepzig und Cottbus sind jetzt wieder die bekannten Gurkenflieger auf den Feldern unterwegs. Die neue Saison startet allerdings unter schwierigen Bedingungen, denn die Anbaufläche ist kleiner als im Vorjahr. Dazu kommen kühle Phasen, Trockenheit und wirtschaftlicher Druck auf die Betriebe. Wie viele Spreewaldgurken am Ende wirklich geerntet werden, hängt jetzt stark vom Wetter und vom weiteren Verlauf der Saison ab.
Spreewaldgurken wachsen auf weniger Fläche
In diesem Jahr bauen acht Betriebe Spreewaldgurken auf rund 450 Hektar an, im vergangenen Jahr waren es noch mehr als 500 Hektar. Eine kleinere Fläche bedeutet aber nicht automatisch eine schwache Ernte. Entscheidend ist, wie gut die Pflanzen wachsen. Dabei spielen viele Faktoren zusammen: Temperaturen, Regen, Trockenheit, Schädlingsdruck und die Entwicklung der Früchte auf dem Feld. Gerade Gurken reagieren sensibel auf das Wetter. Wenn es zu kalt oder zu trocken ist, wachsen sie ungleichmäßig. Dann sind manche Gurken schon erntereif, während andere noch deutlich zu klein sind.
Wetter macht den Betrieben zu schaffen
Die Bedingungen für Spreewaldgurken waren in dieser Saison bisher nicht ideal. Ein kühles Frühjahr, schwankende Temperaturen und Trockenheit haben den Start erschwert. Für die Betriebe ist das eine große Herausforderung. Sie müssen entscheiden, wann geerntet wird, wie sie mit ungleichmäßigem Wachstum umgehen und wie sie ihre Felder durch die Saison bringen.
Neben dem Wetter spielen auch die Kosten eine große Rolle. Die Ernte von Spreewaldgurken ist arbeitsintensiv. Viele Arbeitsschritte passieren per Hand, dadurch sind die Lohnkosten für die Betriebe besonders hoch. Wenn Erträge schwanken, Preise steigen oder zusätzliche Belastungen dazukommen, wird die Saison für manche Betriebe schnell zur wirtschaftlichen Herausforderung. Am Ende entscheidet auch das Kaufverhalten der Kundschaft. Wer regionale Produkte kauft, unterstützt die Erzeuger vor Ort. Allerdings sind regionale Produkte oft teurer als einfache Importware.
Diese günstige Importwarte bereitet einigen Bauern zusätzliche Sorgen. Wenn größere Mengen günstiger Gurken auf den Markt kommen, kann das den Preis für einfache Einlege- und Gewürzgurken unter Druck setzen.
Der Name Spreewaldgurken ist seit dem 90er-Jahren in der Europäischen Union als geografisch geschützte Angabe geschützt. Damit das verarbeitete Produkt diesen Namen überhaupt tragen darf, müssen bestimmte Vorgaben erfüllt werden. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Herkunft der Gurken – ein großer Teil muss aus dem Wirtschaftsraum Spreewald stammen, bestätigt das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV). Dadurch werden die regionale Erzeugung, Qualität und Tradition geschützt.
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