Nach dem Angriff auf die Außenstelle der Kreisverwaltung Elbe-Elster in Finsterwalde wird der Dienstbetrieb ab heute schrittweise wieder aufgenommen. Gleichzeitig verstärkt der Landkreis die Sicherheitsvorkehrungen an seinen Standorten deutlich.
Seit dem Vorfall am vergangenen Donnerstag waren die Sprechzeiten in der Kirchhainer Straße 38a ausgesetzt.
Angriff auf Kreisverwaltung Elbe-Elster: Erste Ämter öffnen wieder
Ab heute, Dienstag, 21. Juli, stehen zunächst das Gesundheitsamt sowie das Amt für Bauaufsicht, Umwelt und Denkmalschutz in der Finsterwalder Außenstelle wieder zur Verfügung. Besuche sind dort allerdings nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Das Jugendamt und das Straßenverkehrsamt bleiben am Standort Finsterwalde aus technischen und organisatorischen Gründen bis auf Weiteres geschlossen.
Anliegen teils nach Bad Liebenwerda verlegt
Bürgerinnen und Bürger mit Anliegen im Jugendamt oder Straßenverkehrsamt sollen sich vorerst an den Standort in Bad Liebenwerda wenden. Betroffen sind dort die Dienststellen in der Riesaer Straße 17 und 19.
Auch dort ist vorab eine telefonische Terminvereinbarung nötig. Für viele Leistungen des Straßenverkehrsamtes verweist der Landkreis außerdem auf digitale Angebote, die man auch ohne persönlichen Besuch nutzen kann.
Wachschutz in Finsterwalde und Bad Liebenwerda
Als direkte Konsequenz aus dem Angriff setzt der Landkreis ab dem 21. Juli auf zusätzlichen Wachschutz.
Während der Sprechzeiten begleitet ein Sicherheitsdienst den Besucherverkehr – sowohl in Finsterwalde als auch in Bad Liebenwerda. Die Sprechzeiten sind dienstags von 8 bis 17 Uhr und donnerstags von 8 bis 16 Uhr.
Die Haupteingänge bleiben unabhängig davon geschlossen. Zutritt erhalten nur Besucherinnen und Besucher mit vorher vereinbartem Termin.
Fünf Menschen nach Angriff verletzt
Auslöser der Maßnahmen ist der Angriff am Morgen des 16. Juli. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes soll während der Sprechzeit attackiert worden sein. Radio Cottbus berichtete.
Insgesamt wurden fünf Menschen verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Nach bisherigen Angaben ging es überwiegend um den Verdacht auf Rauchgasvergiftung oder Schock. Ein 35-jähriger Mann soll die Mitarbeiterin bedroht und in ihrem Büro Feuer gelegt haben. Die Bedrohte konnte sich in Sicherheit bringen, das Gebäude wurde evakuiert.
Der Tatverdächtige wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Das Motiv ist weiter unklar.
Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden psychologisch betreut. Der Landkreis überprüft außerdem seine Dienstgebäude.
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