Nach einem versuchten Mord ist ein Paar vom Landgericht Cottbus zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der Mann muss für elfeinhalb Jahre ins Gefängnis, die Frau für elf Jahre.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Versuchter Mord in Cottbus: Gericht sieht schwere Tat als erwiesen
Nach Überzeugung des Landgerichts hatte das Paar dem früheren Partner der Frau im Februar in dessen Wohnung aufgelauert. Dort soll der Mann 45 Minuten lang misshandelt und schwer verletzt worden sein.
Das Gericht verurteilte das Paar nicht nur wegen versuchten Mordes, sondern auch wegen versuchter Geiselnahme mit Todesfolge.
Die Strafen liegen nah an den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Sie hatte für den Mann zwölf Jahre und für die Frau zehn Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte für den Mann neun Jahre und für die Frau ein milderes Urteil beantragt.
Opfer mit Hammer und Fleischklopfer attackiert
Nach den Feststellungen des Gerichts wurde das Opfer unter anderem mit einem Fleischklopfer und einem Hammer geschlagen, auch gegen den Kopf. Außerdem wurde der Mann mit WC-Reiniger übergossen. Dabei hätte er sein Augenlicht verlieren können.
Hintergrund der Tat war offenbar der Verdacht, dass das Opfer die Tochter der verurteilten Frau sexuell belästigt hatte. Das Gericht geht deshalb davon aus, dass der verurteilte Mann aus Gründen der Selbstjustiz gehandelt hat. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft konnten diesen Vorwurf gegen das Opfer bestätigen.
Zufällig verschicktes Video rettete wohl Leben
Für eine Wende sorgte offenbar ein Video der Tat. Es wurde während des Geschehens wohl versehentlich an die Chefin des Opfers geschickt. Sie alarmierte die Polizei und rettete ihrem Mitarbeiter damit vermutlich das Leben.
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