Brandenburg wird nach den Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg keine weiteren rechtlichen Schritte zum sorbisch-wendischen Siedlungsgebiet einleiten. Das Land hat sich dazu mit dem Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden abgestimmt.
Dieser Schritt folgt auf die Entscheidung des Gerichts, das Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden zu verkleinern. Betroffen sind mehrere Orte im Landkreis Spree-Neiße und Dahme Spreewald. Radio Cottbus berichtete.
Gleichzeitig betont das Land, dass der Schutz und die Pflege der sorbischen/wendischen Identität und Kultur weiter Maßstab staatlichen Handelns bleiben.
Sorbisch-wendisches Siedlungsgebiet: Land akzeptiert OVG-Entscheidung
Das Oberverwaltungsgericht hatte Anträge auf Zulassung der Berufung in den Verfahren zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden abgewiesen. Damit wird das Land den juristischen Weg nicht weitergehen.
Für die Niederlausitz bedeutet das: Das sorbisch-wendische Siedlungsgebiet weist nun rechtskräftig sogenannte „weiße Flecken“ auch in seinem Zentrum auf.
Der Landesbeauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, Tobias Dünow, bedauert, dass die Einwände gegen die Rechtsauslegung des Verwaltungsgerichts Cottbus nicht mehr in einem Berufungsverfahren geprüft werden können.
Brandenburg will Kultur und Sprache weiter stärken
Trotz des juristischen Endes sieht das Land den Prozess der vergangenen Jahre nicht nur negativ. Viele Gemeinden hätten sich mit ihrer Geschichte beschäftigt und sich bewusst zum Siedlungsgebiet bekannt.
Brandenburg will weiter gute Voraussetzungen schaffen, damit sorbische/wendische Identität und Kultur in der Niederlausitz bewahrt und weiterentwickelt werden können.
Die Sorben/Wenden leben seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz. Ihre niedersorbische Sprache gehört zur slawischen Sprachfamilie, ist in Deutschland als Minderheitensprache anerkannt und in Brandenburg durch die Landesverfassung geschützt.
Das Land unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk in diesem Jahr mit rund 4,9 Millionen Euro. Damit sollen Kultur und Sprache der nationalen Minderheit weiter gestärkt werden.
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