Die Lausitz könnte beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft deutlich später angeschlossen werden als andere Regionen. Die IHK Cottbus und das Wasserstoffnetzwerk Lausitz DurcH²atmen fordern deshalb einen schnelleren und verbindlichen Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes.
Der zweite Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas/Wasserstoff 2025 bis 2037/2045 sorgt in der Region für Kritik. Die geplante Anbindung reicht nach aktuellem Stand frühestens 2034 bis Spreetal. Für die Lausitz ist das aus Sicht der regionalen Wirtschaft zu spät.
Wasserstoff-Ausbau in der Lausitz kommt kaum voran
Besonders betroffen ist die geplante Verbindung zwischen den Kraftwerksstandorten Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg. Die sogenannte Wasserstoffbanane gilt als wichtiges Infrastrukturprojekt für die Region.
Doch die Pipeline soll vorerst weder geplant noch gebaut werden. Ein konkreter Betreiber für das Vorhaben fehlt weiterhin. Damit rückt eine Umsetzung noch weiter in die Zukunft.
Die Sorge: Während andere Regionen beim Wasserstoff-Ausbau vorankommen, könnte die Lausitz bei der Energiewende ins Hintertreffen geraten.
Große Elektrolyseure bieten Chancen für die Region
Gleichzeitig sieht die IHK Cottbus auch große Chancen. Im aktuellen Netzentwicklungsplan werden erstmals große Elektrolyse-Projekte in Sachsen und Brandenburg genannt.
Geplant sind Anlagen mit jeweils rund 1.000 Megawatt Leistung. Damit könnte die Lausitz zu einem wichtigen Standort für die Produktion von grünem Wasserstoff werden.
Doch ohne passende Leitungen und klare politische Entscheidungen droht dieses Potenzial ungenutzt zu bleiben.
Wasserstofffähige Kraftwerke entscheiden über Netzausbau
Ein entscheidender Punkt ist die Frage, ob in der Lausitz künftig wasserstofffähige Gaskraftwerke entstehen. Solange es dazu keine Klarheit gibt, bleibt laut IHK auch der Ausbau der notwendigen Infrastruktur unsicher.
Der derzeit im Bundestag beratene Gesetzentwurf zur Stromversorgungssicherheit und zu Kapazitätsmechanismen gilt deshalb als wichtiger Test für die Region.
Die IHK Cottbus und das Netzwerk Lausitz DurcH²atmen verlangen, dass die Lausitz beim Wasserstoff-Kernnetz politisch priorisiert und schneller angebunden wird.
Grünes Kerosin weiter in der Warteschleife
Die Verzögerungen betreffen auch die geplante Großfabrik für nachhaltiges grünes Kerosin in der Lausitz. Der Bau einer solchen Anlage war bereits im Strukturstärkungsgesetz von August 2020 politisch vorgesehen.
Sechs Jahre später fehlen nach Angaben des Netzwerks noch immer entscheidende Weichenstellungen des Bundeswirtschaftsministeriums. Damit bleibt auch dieses Zukunftsprojekt weiter offen.
Die Botschaft aus der Lausitz ist klar: Ohne verbindliche Entscheidungen drohen wichtige Investitionen, neue Arbeitsplätze und industrielle Zukunftschancen verloren zu gehen.
























