Wirtschaft drängt: Berlin-Brandenburg braucht gemeinsamen Kurs

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Dienstag, 23. Juni 2026“.Liveblog ansehen

Die Wirtschaft fordert von Berlin und Brandenburg deutlich mehr Zusammenarbeit. Bei der Metropolraumkonferenz 2026 haben die Industrie- und Handelskammern zentrale Themen benannt, damit die Region bei Fachkräften, Investitionen, Infrastruktur und Wachstum künftig besser aufgestellt ist.

Aus Sicht der Wirtschaft funktioniert die Hauptstadtregion längst als gemeinsamer Wirtschafts- und Lebensraum. Politische Strukturen und Entscheidungen müssten diesem Anspruch aber endlich folgen.

Metropolraum Berlin-Brandenburg als gemeinsamer Arbeitsmarkt

Jens Warnken, Präsident der IHK Cottbus, macht deutlich: Berlin und Brandenburg sind faktisch ein gemeinsamer Arbeitsmarkt. Unternehmen und Beschäftigte denken längst nicht mehr in Landesgrenzen.

Die IHKs fordern deshalb eine gemeinsame Fachkräfte- und Arbeitsmarktstrategie. Dazu gehören eine abgestimmte internationale Anwerbung, schnellere Verfahren bei Behörden sowie bessere Bedingungen für Menschen, die in die Region kommen und bleiben sollen.

Wichtige Faktoren sind aus Sicht der Wirtschaft vor allem bezahlbarer Wohnraum und eine funktionierende Infrastruktur.

Flächen, Energie und schnellere Genehmigungen

Auch bei Gewerbeflächen sehen die Kammern großen Handlungsbedarf. Wohnen und Wirtschaft dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Stattdessen brauche es eine koordinierte Planung, damit neue Unternehmen investieren und wachsen können.

Die Wirtschaft fordert entwickelte Gewerbeflächen, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie einen beschleunigten Ausbau der Energieinfrastruktur. Gerade für neue Industrieansiedlungen seien diese Punkte entscheidend.

Hinzu kommt eine gemeinsame Internationalisierungsstrategie. Ausländische Investoren würden nicht auf Ländergrenzen schauen, sondern auf die gesamte Region. Ein leistungsfähiger Luftverkehrshub sei dafür ebenfalls wichtig.

Großprojekte sollen Chancen bringen

Die IHKs sprechen sich außerdem dafür aus, mögliche Großveranstaltungen entschlossen zu nutzen. Projekte wie eine Expo 2035 oder Olympische Spiele könnten Investitionen, Innovationen, Tourismus und internationale Sichtbarkeit stärken.

Auch bei der Fachkräftegewinnung, nachhaltiger Stadtentwicklung und internationaler Anbindung sehen die Kammern Chancen. Dafür erwarten sie klare politische Signale und verbindliche Entscheidungen.

Wirtschaft fordert klare Zuständigkeiten

Damit gemeinsame Vorhaben nicht an langen Abstimmungen scheitern, fordert die Wirtschaft neue Kooperationsstrukturen zwischen Berlin und Brandenburg. Gemeinsame Steuerungsformate, klare Zuständigkeiten und schnellere Entscheidungen seien notwendig.

Die Berlin-Brandenburger Wirtschaft hat ihre Forderungen am 22. Juni in Schönefeld vorgestellt und in einem White Paper festgehalten. Die Botschaft ist klar: Der Metropolraum Berlin-Brandenburg soll politisch genauso gemeinsam gedacht werden, wie er wirtschaftlich längst funktioniert.

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Autor: Redaktion

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