Eichenprozessionsspinner breitet sich in Brandenburg aus

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 18. Juni 2026“.Liveblog ansehen

Der Eichenprozessionsspinner sorgt in Brandenburg in diesem Jahr für deutlich mehr Einsätze als erwartet. Die Raupen breiten sich stark aus und können für Menschen gefährlich werden. Besonders ihre feinen Brennhaare sind problematisch, weil sie Haut, Augen und Atemwege reizen können.

Für Kommunen, Forstleute und Anwohner bedeutet das viel Aufwand. Befallene Eichen müssen kontrolliert, abgesperrt oder von Fachleuten behandelt werden. Vor allem dort, wo viele Menschen unterwegs sind, kann der Eichenprozessionsspinner schnell zum Problem werden.

Eichenprozessionsspinner profitiert von günstigen Bedingungen

Der Eichenprozessionsspinner ist in Brandenburg nicht neu, in diesem Jahr fällt der Befall aber auffällig stark aus. Wie der Landesbetrieb Forst gegenüber dem rbb mitteilte, hatte man zwar mit mehr Raupen gerechnet. Dass die Ausbreitung so massiv wird, war aber schwer vorherzusagen. Dafür spielen zu viele Faktoren zusammen – entscheidend sind unter anderem Temperaturen, Niederschläge, Trockenphasen und die Entwicklung der Tiere über das Jahr.

Auch der Klimawandel spielt eine Rolle. Mildere Bedingungen können dazu führen, dass sich bestimmte Insektenarten stärker vermehren. Genau das macht die Planung für Forst und Kommunen immer schwieriger.

Warum die Raupen gefährlich sind

Gefährlich sind vor allem die Brennhaare der Raupen. Sie sind sehr fein, lösen sich leicht und können durch die Luft getragen werden. Wer damit in Kontakt kommt, kann starke Beschwerden bekommen. Dazu gehören Juckreiz, Hautrötungen, Augenreizungen, allergische Reaktionen und Atemprobleme.

Besonders vorsichtig sollten Kinder, ältere Menschen, Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen sein. Auch Hunde und andere Haustiere sollten nicht in die Nähe befallener Bäume gelassen werden. Die Nester dürfen nicht berührt oder selbst entfernt werden.

Abstand halten und Fundstellen melden

Wer an Eichen Raupen oder gespinstartige Nester entdeckt, sollte Abstand halten. Auch Sperrungen in Parks, auf Spielplätzen, an Wegen oder Sportanlagen sollten unbedingt beachtet werden.

Wer einen Befall bemerkt, kann die zuständige Kommune, den Eigentümer der Fläche oder Fachfirmen informieren. Denn eine Entfernung gehört in professionelle Hände. Auch nach dem Absaugen oder Entfernen können Brennhaare noch in der Umgebung liegen bleiben.

Nach Kontakt mit den Haaren können Duschen, Kleidung wechseln und gründliches Waschen helfen. Bei Atemnot, starken Hautreaktionen oder allergischen Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Bekämpfung ist nur begrenzt möglich

Den Eichenprozessionsspinner komplett zu verhindern, ist kaum möglich. Prävention funktioniert nur eingeschränkt. Deshalb setzen Kommunen und Forstleute vor allem dort an, wo Menschen direkt gefährdet werden könnten.

In stark betroffenen Bereichen werden Raupen und Nester abgesaugt, abgeflammt oder mit geeigneten Mitteln bekämpft. Teilweise kommen auch biologische Präparate zum Einsatz, die frühzeitig gegen die Raupen wirken sollen.

Mehr Artenvielfalt kann langfristig helfen

Kurzfristig braucht es bei starkem Befall gezielte Maßnahmen. Langfristig kann mehr Artenvielfalt helfen, natürliche Gegenspieler zu stärken. Fachleute empfehlen deshalb, mehr Blühpflanzen zu setzen. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für Insekten, die wiederum Teil eines stabileren Ökosystems sind.

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Autor: Redaktion

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