Die Wirtschaft in Südbrandenburg steckt zunehmend im Wartemodus. Laut aktueller Konjunkturanalyse der IHK Cottbus verschlechtert sich die Stimmung in den Unternehmen weiter drastisch. Vor allem kleine und mittlere Betriebe kämpfen mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und fehlender Planungssicherheit.
Während die Lausitz bundesweit immer wieder für ihre Wirtschaftsdynamik gelobt wird, sieht die Realität in vielen Unternehmen deutlich angespannter aus. Die Forderung der Wirtschaft ist klar: Die Politik müsse jetzt schnell handeln.
Konjunktur Südbrandenburg erreicht kritischen Punkt
Besonders alarmierend: Der sogenannte Geschäftslage-Saldo ist innerhalb weniger Monate massiv eingebrochen – von 23 auf nur noch 4 Prozentpunkte. Laut IHK ist die Stimmung branchenübergreifend schlecht.
Die größten Belastungen bleiben hohe Energie- und Rohstoffpreise, steigende Arbeitskosten und eine schwache Nachfrage. Viele Unternehmen spüren inzwischen deutliche wirtschaftliche Bremswirkungen.
IHK-Hauptgeschäftsführer André Fritsche fordert schnelle Reformen und spürbare Entlastungen: Unternehmen bräuchten vor allem Verlässlichkeit und Planbarkeit, damit Arbeitsplätze und Investitionen gesichert werden können.
Unternehmen blicken so pessimistisch wie seit 2022 nicht mehr
Auch die Zukunftsaussichten verschlechtern sich deutlich. Der Erwartungssaldo fiel auf minus 30 Prozentpunkte – ein Niveau wie zu Beginn des Ukraine-Krieges 2022.
40 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Lage. Nur noch jedes zehnte Unternehmen erwartet eine Verbesserung. Die Hälfte geht davon aus, dass sich die Situation vorerst nicht verändert.
Investitionen werden gestoppt
Die schlechte wirtschaftliche Lage bremst inzwischen auch Investitionen massiv aus. Mehr als die Hälfte der Unternehmen plant, Investitionen zu verschieben oder komplett auszusetzen.
Vor allem im Handel herrscht Zurückhaltung: 69 Prozent planen aktuell keinerlei Investitionen. Die Industrie zeigt sich dagegen noch vergleichsweise stabil. Dort investieren viele Betriebe weiterhin in Kapazitäten und Zukunftsprojekte.
Finanzdruck wächst in Südbrandenburg
Immer mehr Unternehmen geraten wirtschaftlich unter Druck. 57 Prozent bewerten ihre aktuelle Lage bereits als problematisch. Viele Betriebe melden sinkendes Eigenkapital und zunehmende Liquiditätsprobleme.
Auch am Arbeitsmarkt kündigt sich eine Wende an: Immer mehr Unternehmen planen Stellenabbau statt Neueinstellungen. Die bisher stabile Beschäftigungslage gerät damit zunehmend unter Druck.
Energiepreise bleiben größtes Risiko
Als größtes Risiko sehen die Unternehmen weiterhin die hohen Energie- und Rohstoffpreise. Dahinter folgen wirtschaftspolitische Unsicherheiten, steigende Arbeitskosten und schwacher Absatz im Inland.
Die Konjunktur Südbrandenburg bleibt damit stark von politischen Entscheidungen und wirtschaftlicher Stabilität abhängig.
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