Kita-Kollaps

Kita-Kollaps: Warum Eltern ihre Kinder früher abholen müssen

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 8. Mai 2026“.Liveblog ansehen

In mehreren Kitas und Horten der Lausitz werden kommende Woche die Öffnungszeiten verkürzt. Hintergrund ist die landesweite Aktionswoche „Kita-Kollaps“, mit der Eltern, Erzieher und Träger auf die angespannte Lage in Brandenburg aufmerksam machen wollen.


Kita-Kollaps in der Lausitz: Darum schließen Einrichtungen früher

Unter dem Motto „Brandenburg, halb drei? Kita vorbei!“ wollen viele Einrichtungen zeigen, wie schwierig die aktuelle Situation in der Kinderbetreuung geworden sei.

Mehrere Kitas und Horte werden ihre Betreuung am Aktionstag bereits nach acht Stunden beenden. Manche Einrichtungen schränken ihre Öffnungszeiten sogar an drei Tagen ein.

Der Protest richtet sich vor allem gegen die Finanzierung der Betreuungszeiten. Seit Anfang 2026 werden in Brandenburg nur noch durchschnittlich 7,5 Stunden Betreuung pro Tag refinanziert. Viele Kitas und Horte haben jedoch deutlich länger geöffnet, oft zehn bis zwölf Stunden täglich.


Eltern und Erzieher schlagen Alarm

Vor allem berufstätige Eltern geraten dadurch zunehmend unter Druck. Schichtarbeit, lange Arbeitswege oder Pendelzeiten lassen sich häufig nur mit langen Öffnungszeiten in den Kitas organisieren.

Gleichzeitig warnen Elternvertretungen und Träger davor, dass die Belastung für die Beschäftigten immer größer wird. Besonders in den Randzeiten am frühen Morgen oder späten Nachmittag fehlt Personal dann in den Kernzeiten des Tages.

Auch der seit Jahren kritisierte Personalschlüssel bleibt ein großes Problem. Eine Fachkraft müsse oft zu viele Kinder gleichzeitig betreuen.


Kitas und Horte in der Lausitz beteiligen sich an der Aktionswoche

Die Proteste beschränken sich nicht nur auf Cottbus. Auch Kitas und Horte, u.a. in Spremberg, Senftenberg, Forst, Lübbenau und Lübben beteiligen sich an der Aktionswoche oder planen symbolische Aktionen mit Eltern.

Einige Kitas wollen ihre Türen nach acht Stunden tatsächlich schließen. Andere setzen auf Gespräche mit Familien und Informationsveranstaltungen, um auf die Probleme aufmerksam zu machen.

Viele Einrichtungen sehen die Gefahr, dass längere Öffnungszeiten künftig kaum noch gehalten werden können. Im schlimmsten Fall könnten Eltern gezwungen sein, ihre Arbeitszeiten anzupassen oder sogar die Kita zu wechseln.


Kita-Kollaps in der Lausitz: Forderung nach mehr Unterstützung

Mit der Aktion wollen Eltern, Erzieher und Träger ein deutliches Signal an die Landespolitik senden. Sie fordern mehr Flexibilität bei den Betreuungszeiten und eine bessere finanzielle Ausstattung der Einrichtungen.


Diese Einrichtungen sind betroffen

Cottbus:

  • Ev. Kita Sankt Martin
  • Familienkita
  • Kita „Spreepiraten“ (SOS Kinderdorf)
  • Hort „Spreekids“
  • Kita Anne Frank
  • Witaj Kita „Villa Kunterbunt“
  • Hort Astrid Lindgren
  • Kita „Humi Kids“
  • Kita „Skadower Blümchen“

Forst:

  • Caritas-Kinderhaus Arche

Spremberg:

  • DRK Kita „Bummi“
  • Kita „Abenteuerland“

Senftenberg:

  • Integrationskindergarten Elsestraße
  • ASB Kinderhaus „Sonnenschein“

Großräschen:

  • DRK-Integrationskita „Zwergenhand“

Lübbenau:

  • AWO-Kita Diesterweg
  • AWO Integrationskita „Wichtel“

Lübben:

  • Ev. Kita Paul Gerhardt

Beeskow:

  • Kita „Benjamin Blümchen“

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Autor: Redaktion

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