In Lauchhammer-Ost ist ein wichtiger Schritt für die notfallmedizinische Versorgung und den Katastrophenschutz erreicht: Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat den weitestgehend fertiggestellten Neubau der Rettungswache in der Lindenstraße 5 symbolisch an die künftigen Nutzer übergeben. Mit dem modernen Standort sollen künftig Rettungsdienst und Katastrophenschutz im südlichen Kreisgebiet noch enger zusammenarbeiten.
Schlüsselübergabe für Millionenprojekt in Lauchhammer
Mit einer Gesamtinvestition von rund 9,2 Millionen Euro hat der Landkreis nach eigenen Angaben eine moderne Infrastruktur geschaffen, die den heutigen Anforderungen im Rettungsdienst und im Katastrophenschutz gerecht werden soll.
Unter einem Dach arbeiten künftig die Rettungswache Lauchhammer der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH und die Schnelleinsatzeinheit Sanität des DRK-Kreisverbandes Lausitz e. V. zusammen. Genau diese Bündelung von haupt- und ehrenamtlichen Kräften ist eines der zentralen Merkmale des neuen Standortes.
Neue Rettungswache soll Versorgung im Süden des Landkreises stärken
Bei der symbolischen Übergabe betonte Landrat Siegurd Heinze, dass die neue Rettungswache die Sicherheit und medizinische Versorgung in der Region gezielt stärken soll. Der Neubau sei ein wichtiger Baustein für eine leistungsfähige und verlässliche Gefahrenabwehr im Landkreis.
Auch Vertreter von Rettungsdienst Niederlausitz, DRK, dem Architekturbüro und der Stadt Lauchhammer würdigten das Projekt. Im Anschluss an die Schlüsselübergabe konnten die Gäste die neuen Räume bei Rundgängen besichtigen.
Zusätzlich wurde vor Ort ein neues Notarzteinsatzfahrzeug im Wert von 112.000 Euro übergeben, das künftig in Lauchhammer stationiert sein wird.
Moderne Bedingungen für Rettungsdienst in Lauchhammer
Die bisherige Rettungswache in der Friedensstraße war seit 1982 in Betrieb und entsprach seit längerer Zeit nicht mehr den heutigen Anforderungen. Nach einer umfassenden Standortanalyse hatte der Kreistag bereits 2019 den Grundsatzbeschluss für den Neubau gefasst.
Das Herzstück des neuen Gebäudes ist eine Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen sowie einer separaten Waschhalle. Hinzu kommen Aufenthalts-, Ruhe- und Diensträume, ein Notarztraum, Umkleide- und Sanitärräume, großzügige Lagerflächen und technische Betriebsräume. Insgesamt können hier bis zu 45 Mitarbeitende im Schichtdienst eingesetzt werden.
Die Rettungswache Lauchhammer ist die zweitgrößte Wache im Landkreis und zugleich eine von drei Lehrrettungswachen. Aktuell arbeiten dort 40 Beschäftigte, darunter fünf Auszubildende. Pro Jahr fallen rund 4.530 Einsätze an.
Rettungswache und Katastrophenschutz arbeiten künftig gemeinsam
Eine besondere Stärke des Neubaus ist die enge Verzahnung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Neben dem regulären Rettungsdienst wird dort auch die für den südlichen Landkreis zuständige Schnelleinsatzeinheit Sanität des DRK untergebracht.
Für die ehrenamtlichen Kräfte stehen moderne Aufenthalts-, Umkleide- und Sanitärräume sowie großzügige Lagerflächen zur Verfügung. Eine eigene Fahrzeughalle bietet Platz für sechs Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes.
Die gemeinsame Nutzung des Gebäudes soll den fachlichen Austausch erleichtern, gemeinsame Übungen fördern und die Einsatzbereitschaft weiter verbessern.
Neue Rettungswache setzt auch auf Energieeffizienz
Auch technisch hat der Neubau einiges zu bieten. Das Gebäude erfüllt mit modernen Fenstern, Isolierverglasung, Sonnenschutz und wärmegedämmter Dachkonstruktion die aktuellen Anforderungen an energieeffizientes Bauen.
Besonders auffällig ist die erstmalige Dachbegrünung auf den Fahrzeughallen im Landkreis. Sie soll das lokale Mikroklima verbessern, Regenwasser zurückhalten und Abflussspitzen bei Starkregen verringern. Ergänzend werden auf den Dächern Photovoltaikanlagen installiert, um das Gebäude weitgehend selbst mit Strom zu versorgen.
Auch für Störfälle ist vorgesorgt: Ein Notstromaggregat sichert die Energieversorgung, damit sicherheits- und einsatzrelevante Funktionen jederzeit erhalten bleiben.
Inbetriebnahme der Rettungswache bis Juli geplant
Der Baustart für die neue Rettungswache war im November 2023. Trotz zusätzlicher Anforderungen im Genehmigungsverfahren, schwieriger Baugrundverhältnisse und wetterbedingter Herausforderungen konnte das Projekt umgesetzt werden, wenn auch etwas später als zunächst geplant.
Nach den noch ausstehenden Abnahmen, der Nutzungsfreigabe, dem Umzug und einem Testbetrieb soll die neue Rettungswache bis zum 1. Juli 2026 offiziell in Betrieb gehen.
Mit dem Neubau setzt der Landkreis seine Investitionen in die Sicherheit weiter fort. Insgesamt gibt es im Landkreis Oberspreewald-Lausitz acht Rettungswachen. Der Rettungsdienst im Kreis absolviert im Jahr rund 19.900 Einsätze.
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