Bei ALBA Cottbus steht die nächste Arbeitsniederlegung bevor: ver.di hat für morgen erneut zum Streik aufgerufen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte es an vier Tagen Arbeitsniederlegungen gegeben. Für die Bürger in der Region kann das erneut zu Einschränkungen bei der Müll- und Wertstoffentsorgung führen.
Tarifstreit bei ALBA Cottbus geht weiter
Hintergrund des angekündigten Streiks ist die laufende Tarifauseinandersetzung zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten. In der Verhandlungsrunde am 14. April 2026 hat das Unternehmen sein Angebot zwar leicht verbessert, aus Sicht der Tarifkommission reicht es jedoch weiterhin nicht aus.
Vorgesehen sind nach den vorliegenden Angaben 2,2 Prozent mehr Entgelt zum 1. Januar 2026 sowie weitere 2,5 Prozent zum 1. Januar 2027. Die Laufzeit des Angebots beträgt 24 Monate. Für einen Kraftfahrer mit fünf Jahren Beschäftigungsdauer würde das laut ver.di insgesamt rund 130 Euro brutto mehr bedeuten. Der künftige Monatsverdienst läge damit bei 2.878 Euro brutto.
Kritik am vorliegenden Angebot
Die Tarifkommission verweist darauf, dass sie dem Arbeitgeber bereits deutlich entgegengekommen sei. Ursprünglich wurden 500 Euro brutto mehr bei einer Laufzeit von 12 Monaten gefordert, sowie höhere Zuschläge.
Nach Einschätzung der Beschäftigten halten die angebotenen Erhöhungen nicht mit der aktuellen Preisentwicklung Schritt. Vor allem die steigenden Lebenshaltungskosten würden die Beschäftigten zunehmend belasten. Außerdem liege das Angebot unter Tarifabschlüssen vergleichbarer Betriebe.
Regionale Begründung stößt auf Ablehnung
Kritisch sieht die Tarifkommission auch die Begründung des Arbeitgebers, wonach niedrigere Lebenshaltungskosten in der Region ein geringeres Lohnniveau rechtfertigen würden. Diese Argumentation wird von Arbeitnehmerseite zurückgewiesen.
Lucas Krentel, ver.di-Verhandlungsführer für ALBA Cottbus, erklärt: „Dieses Angebot ist realitätsfern und respektlos gegenüber den Beschäftigten. Die Preise steigen spürbar – vor allem beim Sprit – und treffen alle gleichermaßen, egal ob in Cottbus oder Berlin. Unsere Kolleginnen und Kollegen erwarten zu Recht eine Tariferhöhung, die sich an vergleichbaren Abschlüssen orientiert, statt mit fadenscheinigen Argumenten kleingerechnet zu werden“.
Weitere Streiktage möglich
Ob es nach dem 23. April 2026 weitere Streiktage geben wird, hängt vom Ergebnis der Verhandlungen an diesem Tag ab. Bis dahin müssen sich Bürger in Cottbus und der Lausitz erneut auf mögliche Einschränkungen bei der Entsorgung einstellen.
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Foto: Stadt Cottbus






















