Die Kindertagespflege im Landkreis Dahme-Spreewald steht massiv unter Druck. Immer weniger Tagesmütter betreuen Kinder – und jetzt wächst die Sorge, dass diese Betreuungsform weiter zurückgedrängt wird.
Deutlicher Rückgang bei Tagesmüttern
Noch vor wenigen Jahren waren im Landkreis über 130 Kindertagespflegepersonen aktiv.
Aktuell sind es nur noch rund 34.
Für viele ein klares Warnsignal: Die Kindertagespflege verliert zunehmend an Bedeutung – obwohl sie gerade für kleine Kinder als besonders geeignet gilt.
Eltern geraten zunehmend unter Druck
Hintergrund ist eine Entwicklung, die viele Familien direkt betrifft.
Durch sinkende Kinderzahlen gibt es in Kitas immer öfter freie Plätze. Gleichzeitig wächst der Druck, diese Plätze auch zu füllen.
Das hat Folgen:
Eltern berichten, dass sie zunehmend in Richtung Kita gedrängt werden – selbst wenn sie sich bewusst für die Kindertagespflege entschieden haben.
Damit gerät das gesetzlich verankerte Wunsch- und Wahlrecht der Eltern ins Wanken.
Finanzielle Belastung sorgt für Probleme
Ein weiteres großes Thema ist die Bezahlung.
Viele Tagesmütter kritisieren, dass sie finanziell benachteiligt werden. Besonders das sogenannte Essensgeld sorgt für Unmut.
Dieses wird aktuell wie Einkommen behandelt – obwohl es direkt für die Verpflegung der Kinder ausgegeben wird. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten für Steuern und Versicherungen.
Gleichzeitig steigen die Preise – während die Pauschalen oft nicht angepasst werden.
Betreuung ohne Absicherung
Die Arbeit in der Kindertagespflege bringt noch ein weiteres Problem mit sich:
Tagesmütter arbeiten meist allein – ohne Team im Hintergrund. Fällt jemand aus, gibt es oft keine verlässliche Vertretung.
Gerade für kleine Kinder kann das schwierig sein. Denn stabile Bezugspersonen sind in den ersten Lebensjahren besonders wichtig.
Forderungen an Politik und Verwaltung
Die Beteiligten fordern jetzt klare Veränderungen, um die Kindertagespflege zu sichern.
Dazu gehören unter anderem:
- eine faire finanzielle Behandlung
- echte Wahlfreiheit für Eltern
- bessere Planung und Einbindung in die Betreuungssysteme
- weniger Bürokratie
Ziel ist es, die Betreuung stärker am Bedarf der Familien auszurichten – und nicht nur an freien Kapazitäten in Einrichtungen.
Mehr Lausitz von heute findet ihr jetzt in unserem Tages-Liveticker auf radiocottbus.de – aktuell, kompakt und direkt aus der Region.























