Der Streit um die Slawenburg Raddusch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz könnte jetzt direkte Folgen für die Ausstellung haben. Nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege droht der Burg der Verlust eines großen Teils ihrer Museumsstücke. Der Grund: Der Leihvertrag für zahlreiche Exponate läuft am 31. März aus. Eine Verlängerung wurde bislang nicht beantragt.
Unsichere Zukunft für die Slawenburg Raddusch
Viele der Ausstellungsstücke in der Slawenburg Raddusch stammen aus dem Archäologischen Landesmuseum Brandenburg an der Havel. Diese Objekte sind nur ausgeliehen.
Nach Informationen des Landesamtes liegt derzeit kein Antrag zur Verlängerung des Leihvertrags vor. Sollte das so bleiben, müssten die Exponate in den kommenden Wochen abgebaut, verpackt und zurücktransportiert werden.
Eine spätere erneute Ausleihe wäre zwar grundsätzlich möglich – sie würde jedoch wieder mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden sein.
Stadt Vetschau will kein Geld mehr investieren
Dass ein Verlängerungsantrag noch gestellt wird, gilt derzeit als unwahrscheinlich. Die Stadtverordneten von Vetschau, zu der Raddusch gehört, hatten erst in der vergangenen Woche beschlossen, keine weiteren finanziellen Mittel für die Slawenburg bereitzustellen.
Die Sicherung und Betreuung der Museumsstücke verursacht Kosten. Da aktuell kein gültiger Pachtvertrag für den Betrieb der Burg besteht, müsste die Stadt als Eigentümerin diese Ausgaben übernehmen.
Streit um den Betreiber eskaliert
Der Konflikt um die Slawenburg Raddusch schwelt bereits seit Monaten. Die Stadt hatte dem bisherigen Betreiber zum Jahresanfang fristlos gekündigt. Allerdings hat der Betreiber die Anlage bislang nicht geräumt. Er hält die Kündigung für unwirksam. Damit bleibt die Zukunft der Burg weiter ungeklärt.
Sollten die Leihgaben tatsächlich abgezogen werden, würde die Slawenburg Raddusch einen großen Teil ihrer Ausstellung verlieren.
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