Brandenburg steuert auf eine massive Wohnungsnot zu – besonders für junge und ältere Menschen.
Eine aktuelle Studie zeigt: Ohne einen schnellen und konsequenten Ausbau des sozialen Wohnungsbaus drohen steigende Mieten, fehlende Ausbildungsplätze und zunehmende Altersarmut – auch in Cottbus.
Azubis finden keine bezahlbaren Wohnungen
Gerade Auszubildende trifft die Lage besonders hart. In Cottbus leben viele junge Menschen weiterhin bei ihren Eltern – nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil eine eigene Wohnung schlicht zu teuer ist.
Wer weder eine Wohnung noch ein WG-Zimmer in der Nähe des Ausbildungsbetriebs bezahlen kann, verzichtet im Zweifel ganz auf einen Ausbildungsvertrag.
Das ist nicht nur ein persönliches Problem, sondern auch ein Risiko für die regionale Wirtschaft.
Um gegenzusteuern, braucht es gezielte Investitionen in Azubi-Wohnungen – vor allem in der Nähe von Ausbildungszentren. Auch Studierende geraten zunehmend unter Druck. Universitätsstädte wie Cottbus benötigen dringend zusätzlichen und geförderten Wohnraum, damit Ausbildung und Studium nicht am Mietpreis scheitern.
Wohnarmut im Alter rückt näher
Auch für ältere Menschen spitzt sich die Lage zu. In Cottbus werden in den kommenden Jahren rund 12.400 Babyboomer in Rente gehen. Viele von ihnen müssen mit niedrigen Renten auskommen. Steigende Mieten führen dazu, dass sich immer mehr Menschen ihre bisherige Wohnung nicht mehr leisten können.
Die Folge: Wohnarmut im Alter – ein Problem, das bislang oft unterschätzt wird.
Sozialwohnungen als Schlüssel gegen steigende Mieten
Die Studie macht klar: Mehr Sozialwohnungen sind der entscheidende Hebel, um den Mietmarkt zu entlasten. Nur wenn ausreichend günstiger Wohnraum entsteht, geraten die Preise insgesamt unter Druck.
Konkret heißt das: Brandenburg braucht 4.500 neue Sozialwohnungen pro Jahr, um den Bedarf zu decken.
Bis zum Jahr 2035 müssten in Brandenburg 61.400 Sozialwohnungen zur Verfügung stehen. Dafür braucht es eine starke Förderung von Bund und Land, die frühzeitig greift – idealerweise bereits zum Baustart. Auch einfacheres und kostengünstigeres Bauen gilt als wichtiger Ansatz, um schneller mehr Wohnungen realisieren zu können.
Ein weiterer Punkt: Es fehlt an Übersicht. Eine öffentliche Statistik, die zeigt, wo und wie viele Sozialwohnungen monatlich neu entstehen, soll für mehr Transparenz sorgen – und politischen Druck erhöhen.
Wie sich die Wohnungsnot in Cottbus und der Lausitz weiterentwickelt, lest Ihr jederzeit auf radiocottbus.de.

























