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Kita-Personalmangel spitzt sich zu: Brandenburg besonders betroffen

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 29. Januar 2026“.Liveblog ansehen

Kaum eine Kita in Brandenburg und Berlin hat ausreichend Personal.
Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung. Demnach erfüllen nur sehr wenige Einrichtungen die empfohlenen Personalschlüssel – mit spürbaren Folgen für Kinder, Fachkräfte und Familien.


Neuer Blick auf den Personalschlüssel

Für die Untersuchung zur frühkindlichen Bildung haben die Bertelsmann-Stiftung und das Österreichische Institut für Familienforschung einen neuen Berechnungsansatz genutzt. Entscheidend dabei: Arbeitszeit ist nicht gleich Betreuungszeit.
Die Forscherinnen gehen davon aus, dass nur rund zwei Drittel der Arbeitszeit tatsächlich für die direkte Betreuung der Kinder zur Verfügung stehen. Der Rest entfällt auf Krankheit, Urlaub sowie Vor- und Nachbereitung.


Empfehlungen deutlich verfehlt

Fachlich empfohlen ist unter anderem:
eine Fachkraft für zwei Unter-Einjährige, für vier Kinder unter drei Jahren oder für neun Kinder ab drei Jahren.

Berücksichtigt man die reduzierte Betreuungszeit, müsste der Personalschlüssel jedoch deutlich besser sein. Das Ergebnis: Nur etwa jede siebte Kita in Deutschland verfügt über ausreichend Personal. In Brandenburg und Berlin ist die Lage noch deutlich angespannter.


Brandenburg besonders stark betroffen

In Brandenburg erfüllt laut Studie nur etwa ein Prozent der Kitas die notwendige Personalausstattung. Mehr als die Hälfte der Einrichtungen arbeitet mit weniger als 60 Prozent der empfohlenen Personaldichte.
Auch Berlin schneidet schlecht ab: Nur rund fünf Prozent der Kitas sind ausreichend besetzt, vier von zehn gelten als besonders unterversorgt. Beide Länder liegen damit klar unter dem Bundesdurchschnitt.


Ost-West-Gefälle deutlich sichtbar

Auffällig ist das starke Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland. In westdeutschen Bundesländern erreichen achtmal so viele Kitas eine vollständige Personalausstattung. Gleichzeitig arbeiten fast zwei Drittel der ostdeutschen und Berliner Kitas mit weniger als 60 Prozent des nötigen Personals.

Dabei investieren Berlin und Brandenburg bundesweit am meisten Geld pro Kita-Kind. Brandenburg liegt mit über 12.000 Euro pro Kind an der Spitze. Der Grund für die dennoch angespannte Lage: deutlich höhere Betreuungsquoten. Im Osten besuchen wesentlich mehr Kinder eine Kita als im Westen – entsprechend höher ist der Bedarf an Fachkräften.


Mehrsprachigkeit und Inklusion verschärfen den Druck

Besonders anspruchsvoll ist die Arbeit in Kitas, in denen Mehrsprachigkeit oder Eingliederungshilfe eine Rolle spielt. In Berlin betrifft das nahezu alle Einrichtungen. In Brandenburg ist der Anteil geringer, aber auch hier steigen die Anforderungen stetig.
Fachleute betonen: Chancengerechtigkeit gelingt nur mit ausreichend Personal, das individuell auf Kinder eingehen kann.


Kritik und unterschiedliche Bewertungen

Aus Eltern- und Kita-Bündnissen kommt deutliche Kritik. Gefordert werden klare gesetzliche Vorgaben und eine bessere Finanzierung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert.
Das Land Brandenburg verweist dagegen auf Fortschritte der vergangenen Jahre und darauf, dass ein Großteil der Beschäftigten qualifiziert sei. Die Diskussion über die richtige Personalbemessung dürfte damit weiter an Fahrt aufnehmen.

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Autor: Redaktion

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