Die Lausitz hat am Wochenende eindrucksvoll an die Opfer der Pogromnacht von 1938 erinnert. In Cottbus/Chóśebuz und Spremberg/Grodk haben Menschen gemeinsam der Verfolgten des Nationalsozialismus gedacht – mit Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und Theaterstücken, die ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung gesetzt haben.
Cottbus hat an der alten Synagoge innegehalten
Am Freitag (7. November) haben sich zahlreiche Menschen an der Karl-Liebknecht-Straße, dem Standort der einstigen Synagoge, versammelt. Die Stadt Cottbus hat gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde an die Ereignisse von 1938 erinnert, als die Synagoge in Brand gesteckt und jüdische Geschäfte zerstört worden waren.
Oberbürgermeister Tobias Schick hat betont, dass dieses Gedenken ein fester Bestandteil des Selbstverständnisses der Stadt sei. Schülerinnen und Schüler sowie die Blechbläser des Evangelischen Gymnasiums haben das Programm gestaltet.
Am Sonntagabend hat das Piccolo Theater zusammen mit dem Cottbuser Aufbruch eine Ausstellung über acht jüdische Kinder aus Cottbus eröffnet. Anschließend hat das Kinder- und Jugendtheater die Eigenproduktion „Anne“ gezeigt – inspiriert vom Leben Anne Franks. Der Eintritt war frei, die Resonanz groß.
Spremberg hat 194 Namen verlesen
Auch in Spremberg hat am Sonntag (9. November) ein stilles, bewegendes Gedenken stattgefunden. Rund 150 Menschen haben sich auf dem Marktplatz versammelt, um die Namen von 194 verfolgten Personen zu verlesen, die während des NS-Regimes in Spremberg gelebt oder von dort gestammt haben.
Ein Theaterstück über Zwangsarbeit in der Region hat die Veranstaltung ergänzt. Im Rathaus hat die AG Spurensuche zusammen mit dem Bündnis #unteilbar Spremberg eine Ausstellung über verfolgte Menschen eröffnet – darunter Ernst und Martha Tschickert sowie Reinhold Arndt, für die bereits im Oktober drei Stolpersteine verlegt worden sind. Die Ausstellung kann bis Ende Dezember 2025 besucht werden.
Stolperstein-Künstler kommt 2026 zurück
Der Initiator der Stolperstein-Verlegungen, Gunter Demnig, hat bereits angekündigt, im März 2026 wieder nach Spremberg zu kommen. Dann sollen weitere Stolpersteine folgen, um die Erinnerung an die Opfer weiter wachzuhalten.


























