Die Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus beteiligt sich am Sonntag, 13. September, am Tag des offenen Denkmals. Von 13 bis 18 Uhr gibt es kostenlose Führungen, Zeitzeugengespräche, Ausstellungen und Angebote auf dem ehemaligen Haftgelände. Der Eintritt ist frei.
Ehemalige Häftlinge führen durch das Zuchthaus
Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte des früheren Gefängnisses. Das Gelände wurde von 1860 bis 2002 als Haftanstalt genutzt. Sowohl während der NS-Diktatur als auch zu DDR-Zeiten waren dort Menschen aus politischen Gründen inhaftiert. Um 13 Uhr führen ehemalige politische Häftlinge der DDR über das Gelände. Dabei werden auch Bereiche geöffnet, die sonst nicht zugänglich sind – darunter ehemalige Einzel- und Arrestzellen, die frühere Werkhalle des VEB Pentacon Dresden und ein DDR-Gefangenentransporter. Für Heide Schinowsky machen gerade die persönlichen Erinnerungen der früheren Gefangenen die Geschichte besonders greifbar.
Führungen zu NS-Zeit und Leben nach der Haft
Um 14 Uhr geht es bei einer weiteren Führung um die Jahre 1933 bis 1945. Die Ausstellung „HAFT – ZWANG – WILLKÜR“ zeigt anhand von Biografien und Objekten die Geschichte vom Jugendgefängnis über das Frauengefängnis bis zum Frauenzuchthaus. Um 15 Uhr folgt eine Kurzführung mit Zeitzeugengespräch durch die Sonderausstellung „Leben nach der Haft“. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die zwischen 1952 und 1989 aus politischer Haft in Cottbus oder Potsdam entlassen wurden – und die Frage, wie sich Gefängnis, Repression und Neubeginn auf ihr weiteres Leben auswirkten.
Ausstellung vom Hauptbahnhof jetzt im Zuchthaus
Auch das Projekt „Cottbus. Ein Bahnhof der Erinnerung“ ist am Tag des offenen Denkmals zu sehen. Die Ausstellung war zuvor mehrere Monate am Cottbuser Hauptbahnhof aufgebaut und befindet sich inzwischen auf dem Gelände der Gedenkstätte. Sie erinnert an die Rolle des Bahnhofs während der NS-Zeit. Von Cottbus aus wurden unter anderem jüdische Menschen deportiert, Gefangene transportiert und Zwangsarbeiter in die Stadt gebracht oder weiterbefördert. Ergänzend erinnert seit Ende August ein dauerhaftes Gedenkzeichen am Hauptbahnhof an diese Geschichte.
Stasi-Akten, Gelände-Quiz und Bildungsetage
Den gesamten Nachmittag über können Besucher das Gelände auch selbst erkunden. Dafür gibt es ein Gelände-Quiz mit verschiedenen Stationen, bei dem unter anderem Berichte ehemaliger Häftlinge gehört und Objekte aus dem Gefängnisalltag betrachtet werden können. Das Bundesarchiv/Stasi-Unterlagen-Archiv Frankfurt (Oder) berät außerdem dazu, wie eine Einsicht in die eigene Stasi-Akte beantragt werden kann. Anträge können vor Ort gestellt werden. Auch die Bildungsetage stellt ihre Angebote für Jugendliche und Erwachsene vor. Für jüngere Besucher gibt es Rätsel-, Mal- und Spielangebote.
Mehrere Sonderausstellungen geöffnet
Neben den Dauerausstellungen sind am 13. September weitere Sonderausstellungen zugänglich. Dazu gehören „Stasi – Was war das?“, „17. Juni kompakt“ und „Hilferufe aus Riesa“ zur Riesaer Petition von 1976. Im Foyer gibt es außerdem einen Bücher- und Kuchenbasar.
Eintritt am 13. September kostenlos
Der Tag des offenen Denkmals läuft in der Gedenkstätte an der Bautzener Straße 140 von 13 bis 18 Uhr. Die Gedenkstätte empfiehlt aufgrund der Inhalte einen Besuch ab etwa 14 Jahren, jüngere Kinder sind aber ebenfalls willkommen. Der Eintritt und die angebotenen Führungen sind kostenlos. Da nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung stehen, empfiehlt das Menschenrechtszentrum die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
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