Das neue Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz in Forst soll im Frühjahr 2027 vollständig eröffnen. Ein erster Ausstellungsbereich ist bereits seit November 2025 zugänglich. Am Mittwoch informiert sich Brandenburgs Kulturstaatssekretär Tobias Dünow gemeinsam mit Bürgermeisterin Simone Taubenek über den aktuellen Stand des Projekts.
Museum wird seit 2021 neu aufgestellt
Das frühere Forster Textilmuseum befindet sich seit 2021 in einem umfassenden Neuaufstellungsprozess. Im November 2025 wurde der erste Ausstellungsabschnitt eröffnet. Künftig soll das Museum die Textil- und Industriegeschichte der gesamten Lausitz stärker in den Mittelpunkt stellen. Neben neuen Ausstellungsbereichen entsteht auch eine Schauwerkstatt.
Textilindustrie prägte Forst über Jahrhunderte
Das Museum befindet sich in einer denkmalgeschützten ehemaligen Tuchfabrik aus dem Jahr 1892. Die Textilindustrie spielte über Jahrhunderte eine zentrale Rolle für Forst. Bereits seit dem 15. Jahrhundert war das Tuchmacherhandwerk eine wichtige Erwerbsquelle. Im Jahr 1925 gab es in Forst 288 Tuchfabriken. Nach 1989 und 1990 wurde der Industriezweig in der Stadt nahezu vollständig abgewickelt.
Land unterstützt neue Dauerausstellung
Das Brandenburger Kulturministerium unterstützt die konzeptionelle Entwicklung der neuen Dauerausstellung seit 2021 im Rahmen seines Museumsstrukturprogramms mit rund 50.000 Euro pro Jahr. Bei dem Besuch am Mittwoch stehen außerdem die Schauwerkstatt und die Sonderausstellung zur 1. openart Lausitz Biennale für zeitgenössische Kunst auf dem Programm.
Umbau wird mit rund 7,4 Millionen Euro gefördert
Für den Umbau des Museums fließen rund 7,4 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Das Land Brandenburg unterstützt zusätzlich die inhaltliche Entwicklung der neuen Dauerausstellung. Kulturstaatssekretär Tobias Dünow bezeichnete das Vorhaben bei seinem Besuch als eines der derzeit wichtigsten Museumsprojekte in Brandenburg.
Museum soll künftig mehr als Textilgeschichte zeigen
Inhaltlich soll sich das Museum künftig nicht nur mit Stoffproduktion und Webstühlen beschäftigen. Thematisiert werden sollen auch Industrialisierung, Industriekultur und Strukturwandel sowie die Beziehungen in der deutsch-polnischen Grenzregion und die Kultur der Sorben/Wenden. Geplant ist außerdem, stärker mit Zeitzeugen zu arbeiten. Auch Angebote für Kinder sollen entstehen.
Innenhof soll für Veranstaltungen geöffnet werden
Der Innenhof des Museums soll künftig für Veranstaltungen und Begegnungen genutzt werden. Damit soll sich das Haus nach den Plänen der Verantwortlichen stärker zu einem Kulturzentrum entwickeln, das nicht nur Ausstellungen zeigt, sondern auch Möglichkeiten zum Mitmachen bietet.
Das Angebot soll sich dabei an Menschen aus Forst und der Lausitz sowie aus Brandenburg, Sachsen und Polen richten.
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