Tagebau Welzow Süd

Strukturwandel in der Lausitz: 152 Projekte mit mehr als 326 Millionen Euro bewilligt

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 9. Oktober 2026“.Liveblog ansehen

Millionenförderung für die Zukunft der Lausitz: In Brandenburg und Sachsen wurden bislang insgesamt 152 Projekte über das Bundesprogramm STARK bewilligt. Das Gesamtprojektvolumen beziehungsweise die bewilligten Mittel belaufen sich nach Angaben der beiden Länder zusammen auf 326,6 Millionen Euro.

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung am 8. Oktober 2026 in Schwarzheide stellten Brandenburg und Sachsen ausgewählte Vorhaben vor. Rund 300 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft waren dabei.

Im Mittelpunkt standen Projekte, die neue wirtschaftliche Perspektiven schaffen, Forschung und Bildung stärken und die Lebensqualität in der Lausitz verbessern sollen.

Strukturwandel in der Lausitz: Förderbescheide in Schwarzheide übergeben

Erstmals präsentierten Brandenburg und Sachsen bei dieser Veranstaltung gemeinsam ihre Projekte aus dem Bundesprogramm STARK.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Mandy Pastohr, übergab Förderbescheide an vier Vorhaben.

Dazu gehören:

  • NET Zero Valley Lausitz: Förderung der Geschäftsstelle für die Entwicklung der Lausitz als Standort klimafreundlicher Industrie.
  • UNESCO 5: Ein Projekt, das die Lausitzer UNESCO-Stätten miteinander verbindet und ihre Bedeutung für eine nachhaltige Regionalentwicklung stärken soll.
  • Smart Mobility Lab: Ein Vorhaben für Bildung und den Transfer neuer Technologien in die Region.
  • TRAIL – Transfer und Innovationen für die Lausitz: Ein Projekt, das Wissen und neue Entwicklungen für den regionalen Wandel nutzbar machen soll.

Die Höhe der einzelnen Förderbescheide wurde in der Mitteilung nicht genannt.

Von Spremberg bis zum Lausitzer Seenland: Diese Projekte wurden vorgestellt

Bei der Netzwerkveranstaltung ging es nicht nur um neu übergebene Förderbescheide. Auch bereits unterstützte Projekte aus beiden Bundesländern wurden präsentiert.

Ein Schwerpunkt war die Wärmewende in der Lausitz. Vorgestellt wurden entsprechende Vorhaben für die Region Spremberg, Hoyerswerda und Weißwasser.

Weitere Themen waren die Entwicklung des Net Zero Valley Lausitz, das geplante Einstein-Teleskop und die touristische Weiterentwicklung des Lausitzer Seenlandes.

Auch das Projekt „Jugend bewegt Regionen“ gehörte zu den vorgestellten Initiativen.

Die Bandbreite zeigt, dass sich die Förderung nicht ausschließlich auf Industrie und neue Arbeitsplätze konzentriert. Auch Bildung, Tourismus, regionale Zusammenarbeit und gesellschaftliches Engagement gehören zum Strukturwandel.

Brandenburg: 59 Projekte mit 180,6 Millionen Euro Gesamtvolumen

Für den brandenburgischen Teil der Lausitz wurden nach Angaben der Staatskanzlei bislang 59 STARK-Projekte bewilligt.

Das Gesamtprojektvolumen dieser Vorhaben beträgt 180,6 Millionen Euro.

Insgesamt stehen dem brandenburgischen Lausitzer Revier für den Strukturwandel bis 2038 rund 10,32 Milliarden Euro zur Verfügung.

Diese Mittel verteilen sich auf zwei Bereiche:

  • 3,6 Milliarden Euro Finanzhilfen, die das Land unter anderem über das Lausitzprogramm 2038 und den Werkstattprozess der Wirtschaftsregion Lausitz einsetzt.
  • Mehr als 6,7 Milliarden Euro für weitere Bundesprojekte in Abstimmung mit Brandenburg.

Zum zweiten Bereich gehört das Bundesprogramm STARK. Dafür sind im brandenburgischen Lausitzer Revier 469,6 Millionen Euro vorgesehen.

Sachsen: 93 STARK-Projekte bereits bewilligt

Auch auf sächsischer Seite werden zahlreiche Vorhaben unterstützt.

Im sächsischen Teil des Lausitzer Reviers wurden bisher 93 Projekte mit insgesamt 146 Millionen Euro bewilligt.

Bis 2038 stehen diesem Teil der Lausitz insgesamt 6,88 Milliarden Euro an Strukturstärkungsmitteln zur Verfügung.

Davon entfallen 2,40 Milliarden Euro auf Finanzhilfen und 4,48 Milliarden Euro auf weitere Bundesmaßnahmen.

Innerhalb dieser Bundesmittel sind 361 Millionen Euro für STARK vorgesehen.

Zusätzlich erhält Sachsen aus dem Programm 145,6 Millionen Euro für das Mitteldeutsche Revier. Diese Mittel gehören nicht zur genannten Fördersumme für die sächsische Lausitz.

Was das STARK-Programm fördern soll

STARK steht für „Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten“.

Das Bundesprogramm unterstützt seit 2020 vor allem Projekte, bei denen es nicht um große Bauinvestitionen geht, sondern um die Voraussetzungen für einen langfristigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel.

Dazu zählen beispielsweise Forschung und Wissenstransfer, Bildungsangebote, Fachkräfteentwicklung, Unternehmensnetzwerke, Kultur, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung.

Anträge können unter anderem von Kommunen, Hochschulen, Unternehmen und Verbänden aus den betroffenen Regionen gestellt werden.

Brandenburg und Sachsen wollen enger zusammenarbeiten

Die Netzwerkveranstaltung wurde von der Wirtschaftsregion Lausitz bereits zum vierten Mal organisiert. Erstmals waren dabei Akteure aus Brandenburg und Sachsen gemeinsam vertreten.

Brandenburgs Staatskanzleichefin Kathrin Schneider und Sachsens Infrastrukturstaatssekretär Sören Trillenberg betonten die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit für die Entwicklung der Lausitz.

Aus ihrer Sicht sollen die geförderten Projekte an den konkreten Bedürfnissen vor Ort ansetzen und langfristige Perspektiven für Wirtschaft und Gesellschaft schaffen.

Mit den nun vorgestellten Vorhaben wird deutlich, wie unterschiedlich die Ansätze für die Zeit nach der Braunkohle sind: von neuer Industrie über Forschung bis hin zu Tourismus und Bildung.

Jetzt weiterlesen: Unser Tages-Liveticker auf radiocottbus.de bringt euch die Lausitz-News von heute auf einen Blick.

Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du radiocottbus.de als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf.  Füge radiocottbus.de hier als bevorzugte Quelle hinzu.

---
---

Autor: Redaktion

Und auf Radio Cottbus …

mehr Lausitznews