Brandenburg bleibt eine der wichtigsten Storchenregionen Deutschlands. Im vergangenen Jahr wurden hier 1.293 Weißstorch-Paare gezählt.
Deutschlandweit rechnet der NABU in der aktuellen Brutsaison mit mehr als 15.000 Brutpaaren. So viele Weißstörche gab es seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen nicht.
Brandenburg bleibt Storchenland trotz Verlagerung nach Westen
Lange galten vor allem die östlichen Bundesländer als klassische Storchengebiete. Nach Angaben des rbb hat sich der Schwerpunkt der Bestände inzwischen aber stärker in Richtung Westen verschoben.
Die meisten Brutpaare wurden zuletzt in Niedersachsen und Baden-Württemberg gezählt. Brandenburg liegt mit seinen 1.293 Paaren aber weiter weit vorn und gehört zu den stärksten Storchenländern in Deutschland. Berlin kommt im Vergleich dazu nur auf drei Brutpaare.
Gute Bedingungen in der Lausitz und im Spreewald
Gerade in Brandenburg gehören Störche weiter zum vertrauten Bild. In der Lausitz, im Spreewald und in vielen Dörfern stehen sie auf Dächern, Masten oder alten Scheunen und ziehen dort ihre Jungen groß.
Feuchte Wiesen, Wasserläufe und offene Landschaften bieten den Tieren wichtige Lebensräume. Besonders der Spreewald zeigt, warum Brandenburg für Weißstörche weiterhin so bedeutend ist.
Bestand hat sich deutlich erholt
In den 1980er-Jahren waren die Bestände in Deutschland stark eingebrochen. Damals gab es bundesweit weniger als 3.000 Paare. Gründe waren unter anderem Nahrungsmangel, intensive Landwirtschaft, trockengelegte Flächen und gefährliche Zugwege.
Dass heute wieder deutlich mehr Störche brüten, liegt laut NABU an vielen Schutzmaßnahmen. Dazu gehören Wiedervernässung, angepasste Grünlandbewirtschaftung und der Erhalt geeigneter Lebensräume.
Zugleich haben sich die Störche an neue Bedingungen angepasst. Viele Tiere ziehen im Winter nicht mehr bis nach Afrika, sondern bleiben bereits in Spanien. Der kürzere Weg erhöht ihre Überlebenschancen.
Abflug Richtung Süden beginnt bald
Schon Anfang August beginnt für viele Störche wieder die Reise Richtung Süden. Zuerst machen sich die Jungtiere auf den Weg. Die Eltern folgen später, weil sie nach der anstrengenden Aufzucht erst wieder Kraft sammeln müssen.
Wer also noch Störche in Brandenburg beobachten möchte, sollte jetzt noch einmal genau hinschauen. Bald werden viele Nester wieder leer sein.
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