Tagebau Welzow Süd

Früheres Kohle-Aus: Tagebau Welzow-Süd soll schon 2030 schließen

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 12. März 2026“.Liveblog ansehen

Der Tagebau Welzow-Süd soll bereits 2030 schließen – drei Jahre früher als ursprünglich vorgesehen. Dadurch müssen die Planungen für den geplanten Bergbaufolge-See bei Welzow komplett überarbeitet werden. Das teilte der Energiekonzern LEAG am Donnerstag im Braunkohlenausschuss in Cottbus mit.

Tagebau Welzow-Süd 2030 verändert die See-Planung

Die frühere Stilllegung hat direkte Folgen für die Landschaft nach dem Bergbau. Eigentlich sollte im Tagebau ein großer und besonders tiefer See entstehen – sogar größer als der Cottbuser Ostsee. Wenn der Abbau jedoch schon 2030 endet, wird das Restloch anders aussehen als bisher geplant.

Wie groß der See tatsächlich wird und wie tief er sein kann, muss nun in einer neuen Planung berechnet werden.

Unklar, wann der See vollständig geflutet sein wird

Offen ist derzeit auch, wie lange die Flutung dauern wird. Die Wasserlage in der Region gilt aktuell als angespannt. Nach Angaben des Landesumweltamtes sind die Spree-Speicher derzeit nur zu rund 48 Prozent gefüllt. Gleichzeitig sinken vielerorts die Grundwasserstände.

Diese Situation könnte dazu führen, dass sich die Flutung des neuen Sees deutlich verzögert.

Einige Orte bleiben vom Tagebau verschont

Mit dem früheren Ende der Förderung stehen aber auch einige Punkte fest:

  • Die Bagger rücken nicht näher an den Ort Proschim heran
  • Eine Tagebaurandstraße zwischen Welzow und Spremberg wird nicht mehr gebaut
  • Die Haidemühler Teiche bleiben unangetastet

Damit entfallen mehrere ursprünglich geplante Eingriffe in die Landschaft.

Kohleabbau lohnt sich wirtschaftlich nicht mehr

Im Januar hatte die LEAG angekündigt, den Tagebau Welzow-Süd 2030 stillzulegen. Der Grund: Die Kohle aus der Grube rechnet sich wirtschaftlich nicht mehr. Gleichzeitig wächst der Anteil erneuerbarer Energien im Stromsystem deutlich.

Allein zwischen 2022 und 2024 wurden rund 50 Gigawatt neue Kapazitäten für erneuerbare Energien aufgebaut. Dadurch sinkt der Bedarf an Braunkohle – das ursprünglich geplante südliche Restfeld im Tagebau wird deshalb nicht mehr erschlossen.

Neuer Braunkohlenplan erforderlich

Damit die vorzeitige Schließung umgesetzt werden kann, braucht es nun einen neuen Braunkohlenplan sowie einen Abschlussbetriebsplan.

Die LEAG muss dafür umfangreiche Unterlagen vorlegen, darunter Gutachten zu:

  • Hydrologie und Wasserhaushalt
  • Flutungskonzept des Sees
  • Klimaauswirkungen
  • Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft

Die Unterlagen sollen im Mai bei der Gemeinsamen Landesplanungsbehörde eingereicht werden.

Anschließend folgt ein Beteiligungsverfahren, unter anderem im Braunkohlenausschuss in den Jahren 2027 und 2028. Der neue Plan könnte dann 2029 per Rechtsverordnung in Kraft treten.

Weniger Fläche und weniger Kohle

Nach Einschätzung des Umweltverbandes Grüne Liga könnte die frühere Stilllegung große Auswirkungen haben:

  • Rund 500 Hektar weniger Fläche würden abgebaggert
  • Etwa 83 Millionen Tonnen Kohle blieben im Boden

Der Energiekonzern hat diese Zahlen bislang nicht kommentiert.

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Autor: Redaktion

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