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LLL Tierzentrum Leuthen

Luka Lernt Lausitz bei der Igelstation im Tierzentrum Leuthen

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 25. September 2026“.Liveblog ansehen

In Leuthen kümmert sich Ramona Noack jedes Jahr um kranke, verletzte und verwaiste Igel aus einem großen Teil der Lausitz. Im Tierzentrum Leuthen hat sie dafür eine eigene Igelstation aufgebaut – oder, wie sie selbst sagt, eine Art „Igel-Krankenhaus“.

Unsere WACHERMACHERIN Luka Stadelmeier durfte Ramona bei ihrer Arbeit begleiten und hat dabei schnell gemerkt: Hinter so einem kleinen stacheligen Patienten steckt ganz schön viel Arbeit.

Aus einem Igel wurden immer mehr

Angefangen hat bei Ramona alles vor ungefähr 20 Jahren. Damals tauchte im späten Herbst ein kleiner Igel auf ihrem Grundstück auf. Er war zu klein für den Winter und brauchte Hilfe. Zu dieser Zeit gab es in der Umgebung kaum Auffangstationen. Also kümmerte sich Ramona selbst um das Tier. Irgendwann sprach sich herum, dass bei ihr schon einmal ein Igel überwintert hatte – und damit kamen nach und nach immer mehr Tiere dazu.

Mit den Jahren wuchs nicht nur ihre Erfahrung, sondern auch die Station. Heute kommen Igel aus einem großen Umkreis nach Leuthen. Und Ramona merkt nach eigener Aussage jedes Jahr aufs Neue: Wenn sie denkt, mehr Tiere könnten es kaum noch werden, wird der Rekord im nächsten Jahr wieder gebrochen.

Nach Feierabend beginnt die Arbeit mit den Igeln

Als Luka am späten Nachmittag in Leuthen angekommen ist, begann für Ramona gerade die Hauptarbeitszeit in der Igelstation. Denn um die Tiere kümmert sie sich nach ihrer eigentlichen Arbeit. Zu Beginn der Saison braucht sie dafür am Abend ungefähr zwei bis drei Stunden. Wenn später immer mehr Igel auf der Station leben, können daraus aber auch fünf bis sechs Stunden werden.

Besonders viel Arbeit machen die ganz kleinen Igelkinder. Zwei von ihnen mussten während unseres Besuchs sogar alle zwei Stunden mit Milch gefüttert werden – auch nachts.

Und wer denkt, Igel wären besonders ordentliche Tiere, wird schnell eines Besseren belehrt. Futter landet gerne quer in der Box, die kleinen Tiere laufen hindurch und kaum ist alles sauber, sieht es kurze Zeit später schon wieder anders aus.

Kranke Igel müssen behandelt werden

Nicht alle Tiere kommen nur zum Aufpäppeln nach Leuthen. Gerade die größeren Igel haben häufig gesundheitliche Probleme. Bei Lukas Besuch waren zum Beispiel zwei Tiere mit Schnupfen auf der Station, die inhalieren mussten. Ein anderer Igel war durch einen Mähroboter verletzt worden. Nach Ramonas Erfahrung gehören Verletzungen durch Gartengeräte inzwischen zu den Problemen, mit denen sie regelmäßig zu tun hat. Auch Abmagerung und Erkrankungen spielen eine große Rolle.

Viele bekannte Igel-Tipps stimmen gar nicht

Luka hat Ramona natürlich auch mit einigen Dingen konfrontiert, die man über Igel immer wieder hört. Zum Beispiel, dass Igel besonders gerne Schnecken fressen. Ganz so stimmt das laut Ramona nicht. Wenn eine passende Schnecke direkt vor ihnen liegt, kann sie durchaus gefressen werden. Nacktschnecken gehören aber nicht einfach grundsätzlich auf den Speiseplan. Auch Haferflocken sind keine gute Idee. Igel können Getreide laut Ramona nicht richtig verwerten. Damit tut man den Tieren am Ende eher keinen Gefallen. Ähnlich kritisch sieht sie viele Fertigprodukte aus dem Handel. Nur weil auf einer Packung „Igelfutter“ steht, heißt das aus ihrer Sicht noch lange nicht, dass der Inhalt für die Tiere geeignet ist. Häufig stecken dort unter anderem Nüsse, Getreide oder Haferflocken drin.

Ein Igel am Tag sollte euch aufmerksam machen

Aber woran erkennt man überhaupt, dass ein Igel Hilfe braucht?

Ein ganz wichtiger Hinweis ist die Tageszeit. Igel sind nachtaktiv. Wenn ein Tier tagsüber unterwegs ist, ist das laut Ramona immer ein Warnsignal. Auch das Aussehen kann viel verraten. Ein gesunder Igel sollte rund wirken. Sind die Flanken stark eingefallen oder ist zwischen Kopf und Körper eine deutliche Einbuchtung zu erkennen, kann das auf starke Abmagerung hindeuten. Natürlich sollte man auch auf Verletzungen, Husten oder andere auffällige Symptome achten. Wenn ihr euch unsicher seid, könnt ihr euch beim Tierzentrum Leuthen melden. Am besten schickt ihr Ramona zunächst Bilder oder Videos per WhatsApp, damit sie einschätzen kann, ob das Tier Hilfe braucht.

Nach der Pflege zurück ins eigene Revier

Wenn ein Igel wieder gesund ist, soll er möglichst dorthin zurück, wo er gefunden wurde. Das ist wichtig, weil Igel sehr reviertreu sind und ihre Umgebung kennen. Deshalb werden sie nach Möglichkeit wieder an ihrem ursprünglichen Fundort freigelassen. Bei Igelbabys, bei denen das nicht möglich ist, sucht Ramona dagegen nach einem neuen geeigneten Revier. Wer einen passenden Garten hat und sich vorstellen kann, dort Igel aufzunehmen, findet beim Tierzentrum Leuthen weitere Informationen zu den Voraussetzungen.

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Autor: Redaktion

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